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hebt er vor Allem III. 31 hervor. Er führt hier den allgemeinen Satz aus, dass richti ges Handeln in der Gegenwart die Kenntniss der vergangenen Ereignisse voraussetze und begründet ihn aus der menschlichen Unzulänglichkeit und Schwäche überhaupt. Wenn Jemand, meint Polybius, glaube, in sich selbst gegen alle etwa eintretenden un- glücklichen Umstände gerüstet zu sein, dann sei die Kenntniss der Vergangenheit wohl angenehm, aber nicht nothwendig; da aber keiner in seiner menschlichen Schwäche (Ayνμασ έ„»„ dies weder in Rücksicht auf seine Privatverhältnisse, noch auf den Staat behaupten könne, weil er zwar in der Gegenwart glücklich sein könne, aber noch nicht berechtigt sei, daraus einen Schluss auf die Zukunft zu machen und sich(auνσονοε) für diese sicher zu halten, so sei die Kenntniss der vorausgegangenen Ereignisse nothwendig Denn aus diesen könne man die richtigen Wege für eignes Handeln finden. Während es schwer sei, in der Gegenwart die Gesinnungen und Pläne der Menschen zu beur- theilen, da sie sich in ihrer Abhängigkeit von den Zeitverhältnissen zu sehr verdeckten, legten die vergangenen Handlungen die Denkweise eines Jeden klar, und aus ihnen könne man z. B. schliessen, von wem man Beifall und Hülfe zu hoffen, von wem man das Gegentheil zu befürchten habe. Aber, fügt er hinzu, man könne es nur dann, wem man die Geschichte auf die richtige Art betreibe, nemlich nicht blos das betrachte, was geschehen sei, sondern auch, wie es geschehen sei, wie eine Begebenheit aus der andern sich entwickle, welcher Plan sich in den Handlungen kund gebe etc., welehe Folge daraus erwachsen sei etc. Denn wenn man diese Fragen unbeachtet lasse, dann sei die Geschichte ein Schauspiel(aνιμ οιαμρρ), aber nicht ein 4m☛ααα, sie er- götze für den Augenblick, habe aber keinen Nutzen für die Zukunft.— Einen ähnlichen, nur etwas enger gefassten Gedanken führt Polybius V. 75. aus, wo er den Grund fär die so häufig sich wiederholende Täuschung der Menschen in der Nichtbeachtung der historischen Erfahrung sucht. Er geht hierbei von dem allgemeinen Satze aus, dass der Mensch, obwohl er für das schlaueste aller Wesen gehalten würde, doch sich am leichtesten täuschen liesse. Der Grund davon liege in dem Umstand, dass man die Un- fälle derjenigen, welche früher diesen oder jenen Missgriff begangen hätten, nicht be- achte. Während man sich in jeder Weise und durch alle möglichen Mittel gegen un- vermuthet eintretende Fälle schütze, schlage man das leichteste und möglichste Mittel, die Erfahrung aus der Geschichte, die zugleich eine edle Beschäftigung und Erheiterung des Gemüths gewähre, für nichts an.— Auch IX l und 2, wo er im Gegensatz zu andern Schriftstellern den in seinem Werke gewählten Stoff rechtfertigt, hebt er die Absicht der Belehrung gegen die der Unterhaltung hervor. Zu beachten ist auch


