Aufsatz 
Die Lehre Epiktet's nach seinem Manual entwickelt / von Friedrich Spangenberg
Entstehung
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Es ſoll das Orakel nemlich nur über ſolche Dinge befragt werden, welche in der Zukunft liegen, alſo nur darüber, ob ein Ereigniß auf dieſe oder jene Weiſe ſich geſtalte, d. h. alſo nur über ſolche Dinge, deren Erfolg uicht durch menſchliche Einſicht, durch Vernunftſchluͤſſe oder auch durch künſtliche Mittel vorausgeſehen werden kann. Hierin liegt aber der weitere Satz enthalten, daß die Befragnng nur in Betreff gleichgültiger Dinge, alſo ſolcher, die o0tt» ſind, geſchehen darf. Denn die Zukunft iſt ein 4dαeν(das haben wir oben geſehen); der Philoſoph kann cντ τ⁷σαχα εαα,, wie er will, d. h. er kann ſie auffaſſen, wie er will, er ſteht vermöge ſeiner Vorſtellungsfreiheit über ihr. Somit muß ihm dieſelbe gleichgültig ſein, und eine gleiche Stim⸗ mung muß er wahren, wenn er beim Orakel dieſelbe enthüllt wiſſen will. Ueber ſolche Dinge da⸗ her, über die der Philoſoph vermöge ſeines 46og entſcheiden kann, alſo darüber z. B., ob er dieſes thun oder jenes laſſen ſoll, darf er das Orakel nicht befragen. Denn darunter würde ſeine Selbſtbeſtimmung leiden. Cpiktet ſpricht das klar aus in den Worten: 20 x ν d Q 10 Hαeeue- 7⁹α, ²αςοαἀeσεεο 1εμεον μκεατε, dg d», o xν‿ν⁴ςι τνν õ⁴ακςσd els Tiv Becdty exet, vHd, Obre ε&x 1dyou, oOdre x 1εν½νννε τυς d³2ς, d&ρρσμα§dεᷣdovral νποG 10 Gα½⁴eεεν τσ ooxeiuerov. Und näher erläutert er dieſen Satz durch ein angefügtes Beiſpiel. So, ſagt er, darf man nicht darüber das Orakel befragen, ob man ſich dem Freunde oder dem Vaterlande zu Liebe in eine Gefahr ſtürzen ſolle. Darüber müſſe man ſeinen 10os befragen; denn leicht geſchehe es, daß das Orakel einen unglücklichen Ausgang, wie Tod, Verwundung, Flucht weiſſage, und man ſich dadurch von einem edlen Entſchluſſe abhalten laſſe, den man nach Befragung ſeines zöyos gewiß gefaßt hätte. Schließlich empfiehlt unſer Philoſoph noch das Orakel zu Delphi, welches edle Geſinnung zu wurdigen verſtehe.