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ſind, dann wird nie unſer Wille in Conflict mit dem der Götterweit gerathen, ſondern ſtets in vollſter Uebereinſtimmung damit ſein müſſen, und das Vertrauen zu derſelben wird lebendig blei⸗ ben. Streben wir dagegen nach ſolchen Dingen, die zu erlangen nicht in unſerer Macht liegt, alſo nach 140101, ſo wird in uns nach vereiteltem Streben eine gewiſſe Unzufriedenheit erzeugt, wir ſuchen nach dem Urheber der Ereigniſſe, die ſich gegen unſern Willen geſtaltet, und finden den⸗ ſelben in der Götterwelt; dieſe hat alſo nicht nach unſerem Willen gehandelt, das Vertrauen zu ihr iſt dadurch wankend geworden; denn wie nach den Begriffen und Grundſätzen der Menſchen, die ſich noch nicht zu der Höhe des Stoicismus erhoben, man das, was ſchädlich ſcheint, ſowie die Urheber deſſelben verabſcheut und flieht, ſo wird auch der Getäuſchte, indem er in der Götter⸗ welt und deren Willen den Grund ſeiner Täuſchung ſieht, dieſe anklagen und verdammen. Denn bei ſolchen Menſchen, fügt Epiktet hinzu, iſt da die Frömmigkeit, wo ſie den Vortheil ſehen (örτν νσαο 1 σσνιιαέον, νe?r α τ⁶ εκιισαειςεμς). Daher, iſt ſein Schlußgedanke, kann wahre Gottesfurcht nur in dem wohnen, welcher ſich zur Willensfreiheit zu erheben vermag, was in den Worten liegt: dore ödrig Erιιμι2εκνιται το ιeοεσeνεαν, de, œ 15 æxltvety, 8y 16 νισ εαἀ πε dσεεlας πιμεᷣsεεεα. Die Grundzüge der religiöſen Anſchauung Epiktets ſind alſo nichts Anderes, als Vertrauen zu der doiοrmν„ναe der Götter und vollſtändige Ergebung in ihren Willen. Wie ſehr unſer Philoſoph ſelbſt von dieſen Wahrheiten durchdrungen war, das zeigt das Ende ſeiner Schrift, wo er in vier Jamben des Stoikers Kleanthes und zweien des Tragödiendichters Euripides deren Beherzigung in allen Beziehungen des Lebens anräth. Sie lauten:
Ayoνs ε ιꝗſZe, ul σα*, Herrαυνιμέεμν,
Oroοι ð⁷σ ⁴μμαν elμα dιωeαeμιμ̈νοσ
28 8 νμας σ νοωοε ᷣ αάe⁷Oͥc zM*M⁴⁴αι,
Kards„εν⁶μν νςο, Odeν τπτιον εννQμQαο
OGris d' dedννν duνν αοιννκν εμαάε,
oq†ς πσσmmγiᷣι⁴μν, τ dέά ππαᷣσα.
Wie hierin nun die eigentliche Glückſeligkeit des Menſchen liegt, das haben wir oben ſchon geſehen, inſofern ja dieſe ihrem Weſen nach als Uebereinſtimmung des ſubjectiven Willens mit dem Gange der Ereigniſſe, d. h. mit dem Willen der Gottheit, beſtimmt wurde.
Wir haben endlich noch die Bemerkungen zu prüfen, welche Epiktet in Betreff der Befragung der Orakel gibt. Er ſpricht darüber in Cap. XXXII. Der Gedanke, von welchem er bei dieſer Frage ausgeht, erweiſt ſich auch hier als das Grundprincip unſerer Lehre, nemlich freie Selbſtbeſtim⸗ mung. Das zeigt ſich einmal in der Art und Weiſe der Seelenſtimmung, in welcher, und zweitens in Betreff der Dinge, woruͤber man das Orakel befragen ſoll. Beides ſoll in der Weiſe geſchehen, daß die Freiheit nicht beinträchtigt werde. In erſterer Beziehung ſagt Cpiktet: 1 εαοε οτ*εποeς 10„ ⁴εειιυνς⁶εεεν ενκιςσιν, d. h. nahe dich dem Orakel nicht in ſolcher Stimmung, daß du etwa willſt, daß dieſes ſo und jenes nicht ſo ausfalle; vielmehr darf die Befragung nur mit der vollkommenſten Gemüthsruhe geſchehen; der Grund hierfür liegt einfach in unſerem zweiten Puncte.


