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eine im Menſchen begründete anerkennt. In Cap. XLVIII, 2 nämlich, wo er das Weſen des vollendeten Philoſophen nochmals überſichtlich in ſeinen Grundzügen vorführt, ſagt er: örcy Su- rr00— 1⁴*ν ½τ, ²B⁹νπ, dæντmινκαs se.&2έα⁴οςε, Worte, die eben von dem Beſchrän⸗ kenden zu verſtehen ſind, das aus irrigem Streben erwächſt.
Ein noch weſentlicheres Moment der Willensfreiheit liegt darin, daß der Menſch nur bei freiem Willen den wahren Unterſchied zwiſchen dem, was ein Gut, und dem, was ein Uebel iſt, begreift, fühlt und wahrt. Denn nur in dem, was in unſerer Gewalt liegt, iſt der Begriff des Guten und des Uebels eingeſchloſſen, wogegen das, was nicht in unſerer Gewalt liegt, das In⸗ differente, das Gleichgültige, das weder Gute noch Schlechte iſt. Man vergleiche hierüber Cap. XXXII: æ?„Aα⁴ο εέοσπτιιτι ει οeν ε†—φσʃ—¹1αμ᷑ν, σ dedyαν, 4u*τe dναα̈⁴³ν αάιτ lv, uνμ α.☛χ⁴. Ebenſo Cap. XXXI: 2G6ν ½υ o⁶⁴φ dmO zeνκν dν εφσ σναά, zœd Ʒν τς ε—& 1 20ν ϑ*1 τ αe:αdeν να τ2 α⁶. Desgleichen Cap. XIX, wo ohne Zweifel zu leſen iſt: 2dν ν⁴αςο εν roες †ν*νμνι ⁷ν oοuοσα ο dναον †. Geht nun der Wille über dieſe in dem be⸗ kannten Unterſchiede geſteckte Gränze hinaus, ſo iſt er auf das Indifferente gerichtet, auf das, was ſeiner Natur nach weder gut noch ſchlecht iſt, alſo auf das, was wir oben als das ſeinem Weſen nach Unfreie bezeichnet haben; er iſt alſo ſelbſt unfrei, er hat weiter aber auch keinen be⸗ ſtimmten Charakter, und die daraus entſpringende Handlung kann mithin auch keine moraliſche ſein.
Mit dieſer Willensfreiheit, oder, was damit identiſch iſt, mit der Beſtimmung des Willens durch die Natur bringt nun Cpiktet ſeine Glückſeligkeitslehre in engſte Verbindung. Aus den vielen Stellen, welche hierüber ſprechen, mag es genügen, die bedeutendſten hervorzuheben, worin ſich die Grundidee des Epiktet über die Gluͤckſeligkeit findet. Es iſt dieſes einmal in Cap. VIII, wo ſie in den Worten: 1 Cyrer zd„d⁶εεενα νενμνειςιαμα, ς εμνειαιςιν qϑα έe pluεσσα 1⁴ Pdν⁶⁴νμεμνα, ds leru 2 eνoeς als Uebereinſtimmung des Willens mit der Natur be⸗ zeichnet wird. Wie nun der Menſch ſeinen Willen mit der Natur in Einklang bringt, das iſt auf jeder Seite des Manuals zu leſen; er hat nur ſeinem 10„og zu folgen, der ihn den bekann⸗ ten Unterſchied wahren lehrt, ſo daß er nur danach ſtrebt, was er erreichen, und nur das verab⸗ ſcheut, deſſen er ſich entſchlagen kann. Solche Willensbeſchaffenheit iſt der Weg zur Glückſeligkeit und Freiheit, das Gegentheil der Weg zum Unglück, zur Befangenheit ꝛc. Epiktet erläutert dieſen Satz weitläufig in Cap. II, woraus wir folgenden Gedanken hervorheben: dν τε̈ ⁴αο ⁶⁴οιꝓέ τν 0dν ε†ςσ*νμυν ꝙτμυνο, d ιυννεέν mνmαη◻ und„6⁶ονᷣ ενκιeν, deνααoν,*) revlvy, dνπσιάσισιιειε, worin alſo das Entſpringen des Unglücks aus der falſchen Willensrichtung nach zwei Seiten hin, dem Verlangen nach dem, was unmöglich iſt, und dem Mangel an Ver⸗ trautſein mit dem, was nach dem Gange der Natur eintreten muß, dargeſtellt wird. Die wahre Willensrichtung bezeichnet Epiktet als im Weſen des vollendeten Philoſophen liegend in Cap. XLVIII mit den Worten: 2 εκκ2εασιν oεls ³μ⁴ να ετά τπασα σeν ταν εςσ νμGετxεεεενε se. ⅓£2●⁴αοορε.— Wie ſich weiter aus dieſer Eigenſchaft des Philoſophen ſein richtiges Verhältniß zur Gottheit ableitet, ein Verhältniß, wovon Epiktet nicht minder die menſchliche Gluͤckſeligkeit abhängig macht, werden wir unten ſehen.


