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Menſchen, die ſich als Kampf darſtellte, paßt.— Die Lehre Cpiktets will alſo ſiegreiches Hervor⸗ gehen aus dem Kampfe gegen das Beſchränkende und Hinderliche, der das Leben des Philoſophen erfüllen ſoll, und das iſt eben nichts anderes als die Freiheit. Es ſoll aber dieſe ſein:
1) die Freiheit des Gedankens oder der Vorſtellung, welche ſich in der Wahrung jenes Unterſchiedes verwirklicht und alſo darin geſetzt wird, daß der Menſch dasjenige, was ſeinem Weſen nach unfrei iſt, nicht etwa als frei, und dasjenige, was ihm fremd iſt, ihn nichts angeht, nicht etwa als in ſeinen Kreis gehörig betrachte. Denn aus einer ſolchen falſchen Vorſtellung erwächſt alles das, was den Menſchen unfrei macht, Befangenheit, Trauer, die Macht der Leiden⸗ ſchaft, und ein falſches Verhältniß zur Gottheit und zur Menſchheit, während eine richtige Vorſtellung die Freiheit erzeugt und zum wahren Verhältniſſe zur Welt und zur Gottheit führt. Die weſentlichſte Stelle in dieſer Beziehung heißt alſo:„εησ, ½⁵HO⁴ ⁶νυ, tt,&d⁴ν τ †σαει§οω⁵α εεᷣναεα ν⁹⁷ε, τ‧ ⁶τμια ⁷⁶ιμα μρπτο⁴dεσνινν, erets, 1οασιm ueε‿νμν ĩα ϑeεονςα ν νυσ Froν*ε,&⁴ν τ σ αιο oiννm 0ν&ναια, 10 d ⁵ε⁵οιτιο, dοσQO εοταν, νατε⁴ον, oddels e deνακκνκ⁴.]ναυν ⁶εντοe, oddeig de ντινςσε, Odm ⁴e‿νμι νdēενα Ode Syedαeες tiul, dGrνευννττοαεειες ο⁶³ε ν, oddels de ρνεε, 2z900„ o0, † ESeis d⁴e„⁴αο ϑεαεοeντι εiοm. So muß der Philoſoph alles das, was ihm überhaupt entzogen werden kann, und wenn es auch das Theuerſte wäre, als Weib, Kind, ein Landgut, Dinge, die hier von Epiktet alle in eine Katego⸗ rie geſtellt werden, als a7701010„, d. h. als etwas, was ihm nicht gehört, was er eben nur durch die Verhältniſſe gleichſam leihweiſe beſitzt, betrachten(vergl. Cap XI).— Denkt er anders darüber, ſo iſt er befangen und unfrei in ſeiner Vorſtellung, und es erwachſen für ihn die eben angedeuteten Nach⸗ theile. Namentlich hebt Epiktet hier das verkehrte Verhältniß zur Gottheit, das daraus entſtehen muß, hervor. Während ihn nämlich die richtige Vorſtellung, das Vertrautſein mit dem Gedan⸗ ken, daß ihm z. B. ſein Weib und ſein Kind zu jeder Stunde entriſſen werden kann, zur unbeding⸗ ten Fügung in den Willen der Gottheit führt, indem er in dem Verluſte einen Act göttlichen Wir⸗ kens ſieht, ſo erzeugt der falſche Begriff über die Weſenheit ſolcher Dinge Murren, Ungehorſam und Klagen gegen die Gottheit. Wie ſich hieraus weiter das chriſtliche Gebot der vertrauensvollen Ergebung in Gottes Willen entwickelt, werden wir unten näher ſehen. Jede Vorſtellung alſo, die ſich an die Erſcheinung anknüpft, ſoll den hier entwickelten Unterſchied zum Maßſtab nehmen, d. h. die Vorſtellung im Menſchen ſoll üͤber die Erſcheinung gebieten; der Menſch ſoll zu dem Bewußtſein gelangen, daß die Erſcheinung weiter nichts iſt, als Erſcheinung(4uς 00„ Irdoον qæνraoς τουνανε dεεεα dyeεν, örι †ρατααςννσͥ εl, 2d ο επτ‿ννπναντ ⁵άαeνε⁶εμενον), daß in ihm die Fähigkeit liegt, über dieſelbe zu gebieten, d. h. ſie aufzufaſſen wie er will, daß es alſo nur an ihm iſt, das Freie für frei und das Fremde für fremd zu halten. Ein freies ſelbſt⸗ ſtändiges Hervortreten an die Erſcheinung und freie über derſelben ſtehende Selbſtgeſtaltung des Gedankens iſt es alſo, was Epiktet in den eben angeführten Worten verlangt. Es wiederholt ſich dieſer Grundſatz noch öfter. So in Cap. X:„œ οντειινς εϑμε³⁶μενν σε ο lσαυυισακορσρσἀ⁴ͥ]οαασιυν qœνειαασuᷣ, wo er von der„*⁴‿αασαο τι½ ꝙσέάα̈νετιαισιν ſpricht und vom Philoſophen eine Prüfung


