z. B. über Gott, Divination ꝛc. Indeſſen ſelbſt in Behandlung dieſer Fragen hat er ſich nicht auf dem Gebiete der Phyſik gehalten, ſondern vielmehr das ſpecifiſch metaphyſiſche zurückgedrängt, und die Gegenſtände mehr in ihrem Verhältniſſe zur Ethik betrachtet. Wenn er mithin von den Göttern ſpricht, ſo gibt er ſich nicht mit Erforſchung der Weſenheit derſelben ab, ſondern er ſtellt ſie nur in ihrer Beziehung zum Menſchen dar, und ſpricht etwa davon, wie ſich der Menſch gegen ſie zu verhalten, was er von ihnen zu erwarten, was er ihnen zu bieten habe, und zwar in einer Weiſe, die uns Epiktet faſt als Chriſten kann erſcheinen laſſen. Auch bei ſeinen Bemerkungen über die Orakel hat er vorzüglich das rein Praktiſche im Auge. Daraus erhellt klar, daß wir ſelbſt dieſe Fragen eher zur Ethik, als zur Phyſik zu rechnen haben; und es dürfte wohl nicht gerechtfertigt erſcheinen, wollten wir dieſelben als phyſiſche getrennt behandeln, und losreißen von denen, durch deren Verbindung mit ſich ſie erſt ihr eigentliches Licht und Verſtändniß empfangen.
Zweiter Abſchnitt. Zweck der Epiktetſchen Lehre.
Was Cpiktet durch ſeine Lehre erreichen will, haben wir in der Einleitung ſchon angedeutet; der Zweck, wonach jede einzelne Vorſchrift hinſtrebt, iſt den menſchlichen Geiſt zur vernunftgemä⸗ ßen Wahrung ſeiner Würde und zum naturgemäßeu Handeln zu beſtimmen; und darin erblickt Simplicius in ſeinem Commentar zu unſerer Schrift die eigentliche Einheit der Grundſätze, was gewiß nicht zu leugnen iſt; denn es iſt dies ein Satz, welcher ſich aus der Natur der einzelnen Vorſchriften recht gut ableiten läßt.— Fragen wir aber nach dem Zwecke, wie ihn Epiktet mit ſeinen eigenen Worten bezeichnet, ſo ſtellt ſich dieſer zunächſt in dem Satze dar:„folge der Natur“; und es iſt dies eben der Gedanke, welchen wir oben als in den angeführten Worten des Capitels XLIX liegend erkannt haben, und zwar der oberſte ſtoiſche Grundſat, der in unſerem Manual noch öfter wiederkehrt, z. B. in Cap. XLVIII in den Worten„dνινμσmτποsς dαπι³ dεεινμένν ł/rcro se. 6£.Q⁹ ⁴dονοs.“ Und darin liegt eben kein anderer Gedanke, als der, daß der Menſch ſeinem Naturtriebe folgen ſolle. Er ſoll aber ſo verfahren in ſeinen Plänen und Ent⸗ würfen(vergl. Cap. IV: 2 τνν ε⁴μααηινν ττνοωσ⁴οεασυν ντ⁴ puu Exovoue 27i ous sc. ε1„ und Cap. XXX: 1 8 Gαππειι, ʃ εκμεκενοο 1τοοσ, A⁴, 1 ⁶ο rTrouνσσρνε εαετ³d q⁴ε⁶αe Q 0) er 7r00ʃ0α⁸½) und weiter in ſeiner ganzen Betrachtungs⸗ und Auffaſſungsweiſe der Erſchei⸗ nungen(vergl. Cap. VI: 1ν ταηρν νv(â 50 α⁵ Tœντιααιν ααάν σνυασν ox, ννιυνατα rανωνονοσ τe„do π σνmjmt d„να 8mαιπν². Wenn nun hiermit der Bekenner der Epiktetſchen Lehre auf die Natur hingewieſen wird, ſo daß er dieſe als Quelle ſeiner Gedanken und Handlungen zu betrachten hat, ſo iſt dies doch eigentlich nur das Mittel, wodurch


