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Lieferung von 50 Pferden erpreßt. Wohl ſtellte der Magiſtrat von Worms die für die Franzoſen gemachten Auslagen und Lieferungen zuſammen und ließ die Berechnung der Koſten durch keine Geſandtſchaft zu Speyer„hoher Orten“ überreichen. Aber die Abgeordneten kamen, ohne etwas ausgerichtet zu haben, wieder nach Hauſe. Nur die Bretter und andere Materialien, die bei dem Spital verwendet worden waren, wurden als Zahlung zurückgelaſſen.
Die Ruhe, welche die Stadt Worms nach dem Abzuge der Franzoſen genoß, war auch diesmal wieder eine ſehr kurze. Denn ſchon im Auguſt des Jahres 1743 rückte die ſ. g. pragmatiſche Armee, 60 bis 70,000 Mann ſtark, heran. Zur Bedeckung des Hauptauartiers, das ſich in die Stadt ſelbſt einquartierte, lagerte die Armee teils in dem ſ. g.„Speyer⸗Bördel“, teils vor dem Martins⸗ thor in und an den Weinbergen. Da wieder großer Mangel an Brennholz war,„ſo mußte das Wingarts⸗Holtz mit irreparablen Schaden derer daran geheffteten Wein⸗Reben und zum sensibleſten Schmertzen derer possessoram herhalten.“ Dieſesmal ſuchte man doch die armen Wornſer zu ſchützen. Aber trotz aller ſcharfen Befehle der Generalität und aller möglichen Vorkehrungen konnte dem übel nicht ganz geſteuert werden, beſonders konnte man nicht verhindern, daß die Soldaten in die ſchon reif gewordenen Trauben einfielen.
Nach dem Aufbruche der verbündeten Armee am 25. September blieb in Worms eine Beſatzung von einigen Bataillonen zurück, und zwar bis zum 12. Oktober. An dieſem Tage zog wieder das Hauptquartier ein und blieb bis zum 15. Oktober. Während dieſer Zeit wurde„dem gemeinen Mann beſonders in denen Feldern und Weingärten, aller gehabten Vorſorge ohnangeſehen, ein ſolcher unſäglicher Schaden verurſachet, daß, daferne nicht Ihro König⸗ liche Majeſt. von Groß⸗Brittannien auf der ſämmtlich⸗bürgerlichen Zünfften allerunterthänigſte Supplication die allerhöchſte Gnade gehabt, ſofort die allergnädigſte Ordre zum ohngeſäumten Auf⸗ bruch zu erteilen, dem armen Stadt⸗Weſen der gäntzliche Ruin zugezogen worden ſeyn würde.“


