zunft geſtellt werden, die die Überfahrt über den Rhein un— entgeltlich zu beſorgen hatten. Unaufhörlich wurden reitende und gehende Boten, Pferde und Fuhren verlangt und zwar oft in ſolcher Menge, daß der Magiſtrat ſie gar nicht aufzubringen wußte. Die mit vieler Mühe und Verdruß zuſammengebrachten Fuhren wurden dann öfters unterwegs mit Gewalt hinweg⸗ genommen und zu anderen Zwecken verwendet, wofür wieder andere herbeigeſchafft werden mußten. Für die Verwundeten waren wollene Decken, Betttücher, Strohſäcke und ſonſtiges Bett⸗ zeug zu liefern, ja auch das außerhalb der Stadt eingerichtete Spital mußte von Worms aus mit allem Nötigen verſehen werden. Dazu kamen noch große Fouragelieferungen. Man ver⸗ langte von den Bürgern die Herſtellung von Brücken, Einrichtung von Ställen u. ſ. w., u. ſ. w.
Außerdem wurde aber der Magiſtrat durch„mancherlei Ein⸗ griffe in die Gerechtſame der Stadt vielfältig angegangen und über die Maßen ſtark distrahiret, wann ſowohlen die Hrn. Commissairs als andere unter der Stadt⸗Jurisdiction geſtandene Perſonen, insbeſondere aber die bey ſolcherley betrübten Gelegen⸗ heiten ſich vor allen gemeiniglich widerſpenſtig bezeigende Juden⸗ ſchafft ſich von denen publiquen Schuldigkeiten anmaßlich zu eximiniren geſucht, als auch viele fremde Becker dahier ſich ein⸗ geſchliechen, welche unter der Protection dieſes oder jenes in die Bürgerliche Back⸗Häuſer eingedrungen und darinnen nicht nur vor ihre Protectores, ſondern auch vor jedermann, zu dem gröſten Schaden der Bürgerlichen Beckern, das Brod in der Menge zu failen Kauff gebacken, dergleichen denen Städtiſchen Renthen und Accis, wie auch der Bürgerlichen Nahrung äuſſerſt ſchädliche Eingriffe von denen Armée-Metzgern und Marcketentern geſchehen ſind, davon man beſonderen Urſachen halber derer vornehmſten mit Stillſchweigen übergehet.“ 3
Die franzöſiſche Armee kehrte gegen Ende Juli wieder über den Rhein zurück und verließ bald darauf die Umgegend von Worms. Vorher aber hatte ſie noch einen guten Teil der Feld⸗ früchte in der Wormſer Gemarkung zu Futter verwendet und die


