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9. Mai rückten 89 Kapitains, 103 Lieutenants, 2740 Subalterne und Gemeine und 1000 Pferde, am folgenden Tag zwei Bataillone Fußvolk und zwei Freikompagnien ein; und am 16. erſchien der Marſchall ſelber nebſt vielen königlichen Prinzen und einer Menge höherer Offiziere mit ihren Dienern, Pferden, Maultieren u. ſ. w. und außerdem noch viele andere Perſonen, die zum Hauptquartier gehörten. Alle Häuſer, Scheuern und Ställe in der Stadt wurden beſetzt, und die Bürger mußten den ungebetenen Gäſten auch ihre gewöhnlichen Wohnzimmer einräumen und ſich mit den kleinſten Räumen behelfen.
Was da wieder all an die armen Bewohner der Stadt ver⸗ langt wurde, kann man ſich vorſtellen. Zwar hatte der Marſchall die Verſicherung gegeben, die Bürgerſchaft ſollte nicht mit Liefer⸗ ungen beſchwert werden, oder wenn ſie etwas liefere, ſollte alles bezahlt werden. Aber das Gegenteil geſchah.
Als die Hauptarmee zuſammengezogen war, bei Rhein⸗ Dürkheim den Rhein überſchritten und jenſeits ein Lager bezogen hatte, verließ das Hauptquartier am 6. Juni die Stadt Worms, und die Bürger konnten ein wenig aufatmen.
Aber das ſollte nicht lange dauern. Noch im Juni fand die Schlacht bei Dettingen ſtatt, in der die Franzoſen eine Nieder⸗ lage erlitten. Und nun wurde die Stadt mit vielen hundert ver⸗ wundeten franzöſiſchen Offizieren und Subalternen vom könig⸗ lichen Hauſe belegt. Für dieſelben wählte man die beſten und bequemſten Hänſer aus. Ruhig mußten es die Bürger mit⸗ anſehen, wie ihre Zimmer, ihre Betten u. ſ. w. von den Gäſten verdorben wurden. Am 16. Juli kam auch ein Teil des Haupt⸗ quartiers wieder nach Worms, dem die früher Einquartierten Platz machen ſollten. Aber nur durch beſondere geſchärfte Befehle des Marſcha’ls konnten dieſe dazu bewogen werden, ihre bequeme Quartiere zu räumen.
So hatten die Bürger von Worms wieder eine ſchwere Bürde zu tragen. Denn nicht nur die Einquartierten waren zu ver⸗ ſorgen, ſondern auch noch allen möglichen anderen Anforderungen
hatte man zu genügen. Täglich mußten 3 Mann aus der Fiſcher⸗ 4


