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nene, Ideenlehre,(Philoſophie, Religion u. ſ. w.); b) intuitiv gewonnene, Groͤßenlehre,(Mathematik u. ſ. w.) II. Wiſſenſchaft vom Außern(Natur⸗, Menſchen- und Weltkunde). III. Wiſſenſchaft vom Innern, wie es ſich im Außern darſtellt, alſo Sprache; denn in der Sprache ſpiegeln ſich die Ge⸗ ſetze des Denkens ab. Sprechen iſt ein lautes Denken. Daher je gebildeter der Geiſt, deſto gebildeter die Sprache.
Was nun die Methode fuͤr dieſe Wiſſenſchaften betrifft, ſo moͤge bei denen unter Nr. I. und III. begriffenen die heuriſtiſche, bei den Erfahrungswiſ⸗ ſenſchaften aber die genetiſche, beide jedoch auf moͤglichſte Veranſchaulichun ausgehend, vorwalten, wie ſich weiter unten ergeben wird. Von dieſer Klaſſi⸗ ficirung der Lehrobjecte nach ihren innern Gruͤnden weiche ich aber in dieſer practiſchen Abhandlung ab und folge derjenigen Anordnung, wie ſie in den hoͤchſten Edicten*) bei Organiſirung der Naſſauiſchen Gelehrten⸗Schulen be⸗ obachtet wurde, alſo
A. Sprachunterricht.
1. Deutſche Sprache.
Da die Sprache das Objectivgeiſtige iſt, in welchem ſich das Subjectiv⸗ geiſtige darſtellt und zum Bewußtſeyn gelangt, das Organ, das alle geiſtige Thatigkeit in ihrer Entwicklung und das ganze Verhaͤltniß des zu bildenden Menſchen zu ſeinem Bildner vermittelt: ſo laͤßt ſich die Herausbildung keiner einzigen innern Kraft ohne Bildung der Sprache bewirken, ſo muß aller Un⸗ terricht mit Bildung der Mutterſprache beginnen. Denn dieſe iſt die Bedingung aller uͤbrigen Bildung hier, alles beſtimmten Denkens und Darſtellens hier, alles Empfangens jetzt und alles kuͤnftigen vollſtaͤndigen Gebrauchs des hier Empfangenen. Mit der Ausbildung in der Mutterſprache waͤchſt die Ausbil⸗ dung des Geiſtes und Gemuͤths und ſpiegelt ſich in ihr. Am richtigen Aus⸗ druck faßt und erkennt ſich die richtige Vorſtellung, am ſchoͤnen die ſchoͤne Em⸗ pfindung, an dem Reichthum in Darſtellung die vielſeitige Anſicht.»In der Sprachlehre,« ſagt Niemeyer,»repraͤſeutirt ſich die ganze Vernunft in al⸗ len ihren Thaͤtigkeiten, und das Denkvermoͤgen wird durch ſie ebenſo vielſeitig angeregt, als durch die conſequenteſte Auſchauungslehre der Maaß⸗ und der Zahlverhaͤltniſſe.«
verfaßten„Einleitung in das Studium der Philoſophie,“ welche den 7. Th. des von jenem Schriftſteller und ſeinem Bruder, Dr. Fr. W. D. Snell, ausgearbeiteten„Handbuchs der Philoſophie“ bildet.—
*) Hierdurch wurden bekanntlich das Landesgymnaſium und die Paͤdagogien als eine genau zuſammenhaͤngende, nur ruͤckſichtlich der 4 untern Klaſſen in verſchiedene Städte vertheilte Gelehrten⸗Schule conſtituirt,(S. das höchſte Schuledict vom 24. März 1817, beſ. den Eingang und§. 17. u, 20.) 3


