Aufsatz 
Abhandlung über die Methode bei dem gesamten Unterrichte in der Elementarklasse einer Gelehrtenschule
Entstehung
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Wemnehmng⸗ das durch die Anſchauung Gewonnene in ganzen Saͤtzen auszu⸗ prechen. 3

4. Nach Entwicklung eines jeden wichtigen Abſchnitts laͤßt der Lehrer das Product der geiſtigen Kraft wieder zergliedern und durch beſondere Übungen das Bewußtſeyn des Erzeugniſſes vollenden.

5. Der Lehrer bediene ſich der beſten Lehrgaͤnge von anerkannten Mei⸗ ſtern, die in Stoff und Form nach der bildenden Methode abgefaßt ſind.

6. Der Lehrling habe kein Lehrbuch, als ſolches; er habe nur den noͤthigen Apparat fuͤr die Übungen oder nur ſolche Buͤcher, die ihm den Stoff geben, aus dem er unter Anleitung des Lehrers das Organiſche des Wiſſens erzeugen ſoll. Wie er im Sinn und Geiſte dieſer Methode nach vorausgegangener paͤ⸗ dagogiſch richtiger Abſtraction und Anſchauung unter der Leitung des Lehrers z. B. in der Mutterſprache ſeine Grammatik, in der Geographie ſeine geogra⸗ phiſchen, in der Geſchichte ſeine geſchichtlichen Tabellen ꝛc., als Reſultate des Unterrichts, ſich ſelbſt anlegen ſoll, werde ich an ſeinem Orte aus⸗ fuͤhren*).

7. Der Lehrer zeige ſtets Liebe zum Bildungsgeſchaͤfte. Treffend ſpricht hieruͤber Blaſche:»Der Lehrſtoff dar alſo in keiner Hinſicht als bloßes Werk⸗ zeug betrachtet und behandelt werden, er fordert ein ſorgfaͤltiges Studium von Seiten des Lehrers, von welchem er zuvor mit Liebe in die eigne Bildung aufgenommen und verwandelt ſeyn muß, wenn ſeine methodiſche Mittheilung dem jungen Geiſt gedeihliche Nahrung ſeyn ſoll. Liebe zur Wiſſenſchaft und Kunſt, und Liebe zur Jugend ſind gleichſam die Schwingen, auf welchen der von aͤchtem Mittheilungstrieb beſeelte Lehrer und Erzieher ſeine Schuͤler und Zoͤglinge in die freie Sphaͤre der Bildung emportraͤgt.

Der Afterlehrer macht ſeine Lehrlinge zum Fußgeſtell der vermeinten Eh⸗ renſaͤule, die er ſich erbauen will, oder zum Theater, auf welchem er ſich der Welt in der Rolle eines großen Erziehers zeigen will. Sein Werk iſt eine mit dem Kenntnißduͤnkel angeſteckte Jugend.«

Nach den bisher entwickelten leitenden Ideen will ich nun meine Anſichten uͤber den Unterricht in der Elementarklaſſe einer Gelehrten-Schule nach den einzelnen Lehrgegenſtaͤnden naͤher ausſprechen**). Theilt man dieſe nach ihren inneren Gruͤnden ein, ſo moͤchten ſie wohl in folgende drei Hauptklaſſen zerfal⸗ len: I. Wiſſenſchaft von dem Innern, und zwar***) a) discurſiv gewon⸗

*) Vortrefflich ſagt Vierthaler in ſeinen Elementen der Methodik und Pädagogik:Tabellen 3 Wiederholung des Gelernten, ſind Goldz Tabellen zum Eingange des Unterrichts lei. 3 **) Nur bei der Darſtellung des Religionsunterrichtes konnte ich, der Natur der Sache nach, mich nicht blos auf dieſe Klaſſe heſchraͤnken, ſondern ich mußte ihn auch noch für die drei folgenden andeuten. ***) Weiter ausgefuͤhrt ſind dieſe Gedanken im 4. Abſchn. der von Dr. Chriſt. Wilh. Snell