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Gemacht zu ſüßerm Ding, als ſich zu ſchlagen!
Die Sonne ſchimmert rötlich durch die Wolken,
Und die Gefühle flattern mit der Lerche
Zum heitern Duft des Himmels jubelnd auf! Der alte Haudegen, im Kriegshandwerk ergraut, hat ſich das Gefühl für die Reize der Natur bewahrt und gibt ihm mitten im Pulverdampf ſo ſchönen Ausdruck.
Kurz darauf kommt der Prinz, er hat ſich in dem naheliegenden Dörfchen etwas länger aufgehalten.
Hohenzollern: Was machteſt, Arthur, in dem Dörfchen Du? Du ſcheinſt ſo ernſt. Homburg: Ich— war in der Kapelle, Die aus des Dörfchens ſtillen Büſchen blinkt. Man läutete, da wir vorüberzogen, Zur Andacht eben ein, da trieb michs an, Am Altar auch mich betend hinzuwerfen. Kottwitz: Ein frommer, junger Herr, das muß ich ſagen! Das Werk, glaubt mir, das mit Gebet beginnt, Das wird mit Heil und Ruhm und Sieg ſich krönen. So wird, wie nebenſächlich, ein rührender Zug in das Charakterbild des Helden eingefügt.
Und noch ein Beiſpiel! Der Prinz iſt mit verbundenen Augen in den Garten geführt; er hat mit dem Leben abgeſchloſſen und iſt bereit, die Todeskugel zu empfangen.
Prinz: Ach, wie die Nachtviole lieblich duftet!
Spürſt Du es nicht?
Stranz: Es ſind Levkoi'n und Nelken!
Prinz: Levkoi'n?— Wie kommen die hierher?
Stranz: Ich weiß nicht.
Es ſcheint, ein Mädchen hat ſie hier gepflanzt. Kann ich Dir eine Nelke reichen? Homburg: Lieber! Ich will zu Hauſe ſie in Waſſer ſtellen. So lebt im Herzen des Träumers, der zum Tode geht, noch die Luſt zum Leben und ſeiner Poeſie.
Alle dieſe Hinweiſe und Beſprechungen, ſo lohnend ſie ſind, ſind nicht der integrierende Beſtandteil der Schulbehandlung. Von neben⸗ ſächlicher Bedeutung iſt für uns auch das Verhältnis des Dramas zur Geſchichte. Wohl kann man bei Gelegenheit mitteilen, daß der Dichter mit ſouveräner Freiheit die geſchichtlichen Tatſachen umgeſtaltete und durch eigne Erfindung ergänzte. Es wird die Schüler intereſſieren, daß der hiſtoriſche Prinz Friedrich(II.) von(Heſſen⸗) Homburg(mit dem ſilbernen Beine) ein rauher, wetterharter Kriegsmann war, der


