10⁰
Geschichte und Erdkunde: Die bedeutendsten römischen Kaiser. Deutsche Ge- schichte bis zum Ende des dreiſsigjährigen Krieges. Die aufserdeutschen Begeben- heiten von weltgeschichtlicher Bedeutung. 3 St. Reuſs.
Mathematik: Arithmetische Reihen erster Ordnung und geometrische Reihen, Zinses- zins- und Rentenrechnung. Erweiterung des Zahlbegriffes durch algebraische Opera- tionen von der ganzen positiven bis zur komplexen Zahl. Gleichungen, auch solche höheren Grades, die sich auf quadratische zurückführen lassen. Fortsetzung der UÜbungen in der Trigonometrie und im Lösen planimetrischer Konstruktionsaufgaben. Stereometrie und deren Anwendung auf die mathematische Erd- und Himmelskunde. Anleitung zum perspektivischen Zeichnen räumlicher Gebilde. 4 St. Michelis.
Physik: Wellenlehre. Akustik und Optik. 2 St. Michelis.
Unterprima b. Klassenlehrer: bis Weihnachten der Direktor, von da ab wissen- schaftlicher Hilfslehrer Mendius.
Religionslehre: Komb. mit Iaa.
Deutsch: H. v. Kleist, Prinz von Homburg(Hermannsschlacht, das Käthchen von Heil- bronn).— Luther und die Entwickelung der neuhochdeutschen Schriftsprache(Brant, Murner, Hutten). Hans Sachs und die Meistersinger. Fischart. Das Volkslied. Uber- blick über die Entwickelung der Literatur von Opitz bis Gottsched mit Proben. Die deutsche Literatur zur Zeit Klopstocks(Goethe, Dichtung und Wahrheit Buch VI und VII). Klopstock: Leben, ausgewählte Oden, Proben aus dem Messias. Lessing: Leben, dramatische und kritische Hauptwerke(z. T. nach Schülervorträgen oder im Auszug).— UÜbungen in der Behandlung des Aufsatzstoffes, Begriffsentwickelung, Dispositionslehre. Stilistische Unterweisung bei Rückgabe der Aufsätze.— Einige Abschnitte aus Muftfs deutschem Lesebuch für Prima.— Freie Vorträge der Schüler über biographische, literarische und naturwissenschaftliche Themata. 3. St. Schuster.
Aufsätze: la. Wie entwickeln wir die ſim Begrift der Wahrhaftigkeit liegende sittliche Forde- rung? 1 b. Wie stellt sich die Kunst zur Pflicht der Wahrhaftigkeit? 2. Rückerts Wort:„Werd ein Mensch und ein Mann!“ erläutert an Figuren des Prinzen von Homburg. 3. Charakteristik Hermanns nach Kleists Hermannsschlacht. 4. Mit. welchem Rechte sagt der griechische Philosoph: 64εο νο 6⁴vrν(Klassenaufsatz.) 5. Worin besteht das Volkstümliche des alten deutschen Volksliedes? 6. Die Bilder Rethels:„Der Tod als Würger“ und„Der Tod als Freund“, beschrieben und verglichen(Klassen- aufsatz). 7. Weshalb musste der Odipus in Kolonos anders wirken auf die Athener als auf uns? 8S. Mit welchem Rechte betrachten wir die Zeit der Hohenstaufen als den Höhepunkt des deutschen Mittelalters? (Klassenaufsatz.)
Late inisch: Cicero Laelius und ausgewählte Briefe; Tacitus, Annalen I cp. 1— 72; Horaz, Oden I, II, III(mit Auswahl), einige Epoden; einzelne Epoden memoriert. 5 St.— Alle 8 bezw. 14 Tage eine UÜbersetzung ins Lateinische als Klassenarbeit (bisweilen als Hausarbeit). 2 UÜbersetzungen aus dem Lateinischen. Ubersetzen aus Ostermann-Müller V. Grammatisches, Synonymisches und Stilistisches. 2 St. Zu- sammen 7 St. Baier, im letzten Quartal Mendius.
Griechisch: Homer Ilias I— XII(Auswahl). Thukydides VI und VII. Sophokles König Odipus.— Grammatische Wiederholungen. Die Lehre von den Negationen. Alle 14 Tage abwechselnd eine UÜbersetzung aus dem Griechischen oder ein Extem- porale. 6 St. Koob.


