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ergießt ſich in die Schäferei, einen kleinen Weiher, der zum Waſchen dient. Auch füllen ſich da⸗ von ſchnell alle Brunnen mit Waßer an. Da vor Ankunft dieſer Quelle, wenn nicht grade an⸗ haltendes Regenwetter eintritt, die meiſten Brunnen ſchwach fließen, ſo erwartet man dieſelbe in der ganzen Umgegend mit Ungeduld, denn nicht nur Buchsweiler, ſondern auch Hattmatt und Indsheim verſorgt ſie mit Waßer.— Die Quelle ſoll oft fremde, unbekannte Baumblätter mit ſich führen, ſo daß die Volksſage ſie mit hohen ſüdlichen Gebirgen in Verbindung bringt.— Ein Landgraf von Hanau⸗Lichtenberg hatte lange vergeblich nachgraben laßen, um ihr weiterhin auf die Spur zu kommen und ſie irgendwo zu faßen. Da ſie auch die Brunnen, Weiher und Waßer⸗ ſpiele des Schloßgartens reichlich verſorgte, ſo war er immer auf ihr Erſcheinen geſpannt und verſprach einſt bei länger anhaltendem Waßermangel demjenigen, der ihm die Ankunft der Quelle zuerſt melden würde, einen neuen Hut, nach Andern eine rothe, goldgeſchmückte Mütze. Ein junger Burſch, Namens Georg(Jörge, Jerri) lauerte Tag und Nacht und brachte endlich dem Grafen die erwünſchte Kunde, daß die Quelle angekommen ſei.— Da nun dieſer Jerri ſo lange und ſo begierig auf dieſe Quelle gelurt hatte, nannte man ſie den Lure⸗Jerri.— So erzählt die allgemeine Volksſage; nach einer andere Deutung ſoll der Name vom heiligen Ludogarius, im Volksdialecte Luddegari, dem Patrone der katholiſchen Kirche, herrühren.— Stöber, Sagen des Elſaſſes, n. 212.
Die Etymologie iſt natürlich falſch; die Sache erhält ihr Licht durch Vergleichung dieſes die Ankunft der Lurenquelle— deren Bedeutung vorgekommen iſt— meldenden Georg(Jerri) mit dem die Lora vom Teufel befreienden St. Georg.— Der heilige Luddegari(Lurrejerri) wird wol an die Stelle eines einſt an dieſer Quelle verehrten Götterpares getreten ſein, von welchem der Name des Gottes in dem zweiten Theile das ſeinigen durch den des h. Georg er⸗ ſetzt, der der Göttin im erſten erhalten iſt. Der geſchenkte Hut wird nicht unbedeutſam erſcheinen, wenn man an die Bedeutung des Hutes Wodans, der Hüte der Zwerge u. ſ. w. denkt.—
Aus Schwaben.
Laurenthal heißt ſo von einer Laura, die als Geiſt ihren toten Geliebten beweint, und deren väterliches Schloß der Blitz zerſtört.— Altdorfer Bote, 1822, n. 7, 1823, n 46, bei Menzel, Odhin a. a. O.
Und an einer andern Stelle wird der böſe, aus der brennenden Burg geſtürzte Ritter Laura's Pflegevater und Herr von Rodenſtein genannt.(1823, n. 25, a. a. O.).—
Hier ſind die Elemente der Brunhildenſage deutlich, nur nicht in deutlich ausgeſprochenen Zuſammenhange, der jedoch leicht herzuſtellen iſt.— Nachdem Früheren ergibt ſich auch die Deu⸗ tung.— Laura's Tod iſt zu verſtehen, wie der Holda’s(Mannhardt, Myth., 509) und der in allen Mythologieen ſo oft vorkommenden Tod der GCötter, wie ihr Schlaf, Verwünſchung, Ver⸗ bannung; der Name Rodenſtein erklärt ſich durch den bekannten heſſiſchen Rodenſteiner(Wolf, Beiträg. z. deutſch. Myth. II, 99, 122, 131, 153), von den Klagen der Laura wird noch die Rede ſein.—
Beim ſchwäbiſchen Kloſter Lorch gibt es einen Venus⸗ d. h. Hollenberg. Meier, ſchwäb. Sagen, 47.


