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Schwartz, Mannhardt u. A. ſich ergibt, bekannt ſind, ſo will ich, um in der Folge kurz und doch verſtändlich ſein zu können, eine Darftellung dieſer Mythen geben. Sie iſt ein Auszug aus
Mannhardt mit einigen Zuſätzen.
„Die regenſpendende Wolke wird als eine himnliſche Frau mit allnährender Mutterbruſt aufgefaßt. Die Wolkenfrau iſt des Sturmgottes Gemahlin, die im Windgebraus vor ihm flieht. Mit den Vorſtellungen der Wolkenfrau ſcheinen ſehr früh andere von den leuchtenden Frauen der Morgenröthe und Sonne zuſammengefloßen zu ſein. Verbirgt doch die Wolke in ihrem Schoße die leuchtende Sonne und ſcheint, von den Strahlen derſelben durchleuchtet, eins mit ihr. Je mehr die Göttin, aus der Schar der Wolkenfrauen(der indiſchen Apas(Gewäßer) als Einzel⸗ perſönlichkeit hervorgetreten, ihren Wirkungskreis erweiterte und zur Himmelskönigin gedieh, mußte ſie neben der Herrſchaft über Winde, Wolken und Zlitze auch die Macht, den Sonnenſchein zu ſpenden, erwerben. So ſehen wir ſie denn bald im Winde die Seelen der Toden um ſich verſammeln, bald zur Erde Regen niedergießen, bald auf den Acker herabſteigen und den Segen der Ernte ſpenden. So lag ihre Verſchmelzung mit der Erdgöttin nahe. Im Winter ſitzt ſie verzaubert mit den Seelen im Wolkenberge oder wird von Wodan gejagt. Zur Zeit der Winter⸗ ſonnenwende hält ſie, wie ſpäter im Frühling, einen ſegnenden Umzug durch's Land. Schon früh haben ethiſche Gedanken ihre Naturgeſtalt verklärt und vergeiſtigt.
Beſonders ſchön und reich(mehr als die im Grunde identiſche Fria, Goda, Perchta) iſt die Geſtalt der Holda in der Volksſage entwickelt, die bereits in einem Zeugniß des 10. Jahrh. unter dem Namen Holda, d. h. die Holde, Gnädige oder Frigga⸗Holda zu unſerer Kunde kommt. Sie iſt eine Frau von wunderbarer Schönheit mit langem, goldgelbem Har, ihr Leib ſo weiß, wie Schnee. Sie trägt ein langes, weißes Gewand und einen Schleier, der am Rücken herabhängt, manchmal aber auch das Geſicht verhüllt, auf dem Scheitel trägt ſie eine wirre Locke. Als Wolkengöttin ſendet ſie Regen und Schnee. Hat ſie der Erde den erquickenden Regen geſpendet, ſo läßt ſie durch den Wolkenflor das liebe Sonnenlicht hervorbrechen. Schweben die lichtweißen Lämmerwolken am Himmel, ſo ſagt man, Frau Holda treibt ihre Schafe aus. Wie Fria und Goda wilde Jägerinnen ſind, reitet Holda auf einem prächtigen Schimmel über Land und Waßer; er trägt ſilberne Glöckchen, die ein wunderbar melodiſches Geläute geben. Selten fährt die Göttin allein, ein Gefolge göttlicher Frauen und Jungfrauen begleitet ſie. Ein ander Mal bildet gradezu das wüthende Heer, die Schar der Toten, Holda's Gefolge. Mit ihnen ſchlägt ſie ihren Wohnſitz in Bergen auf. Das Innere des Berges ſieht aus, wie ein großes, lichterhelltes Gewölbe. Im 15ten Jahrhundert hat man Frau Holda mit dem gelehrten Namen Venus ver⸗ tauſcht und ihren Aufenthalt in Venusberg umgewandelt.— Die ſtrahlenden Gewölbe des Berges, in welchem die Göttin mit dem wüthenden Heere, den Seelen der Verſtorbenen, wohnt, ſind eine irdiſche Localiſirung der als Berg gedachten Wolke, die das glanzvolle Himmelsgewölbe bedeckt; ein anderer Ausdruck dafür, eine andere Auffaßung ſind See oder Brunnen. Und ſo ſoll denn auch Holda unter dem Waßer eines Brunnens einen wunderlieblichen Garten beſitzen, in welchem die duftigſten Blumen erblühen, die ſaftigſten Früchte reifen. Es iſt dieſer Garten das lichte Reich hinter dem Wolkenhimmel, wo die Sonne weilt, von wo die Geſtirne ihren Glanz empfangen. Hier im Brunnen des himmliſchen Gewäßers nimmt Holda die Seelen der Verſtorbenen in Empfang und ſendet ſie widergeboren als Kinderſeelen auf die Erde zurück. Daher entſtand
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