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Grimm Mythol. p. 933 führt aus dem Minneſänger Marner(2te Hälfte des 13. Jahr⸗ hunderts) an:
„Der Imelunge hort lit in dem Burlenberge in(den Rheinbewohnern) bi“ und ſetzt hinzu:„Dafür Msl, ², 1414„der Nibelunge hort“ und„in dem Lurlenberge.“ Jmelunge kann für Nibelunge ſtehen, wie Jmelot für Nibelot, den Lurlenberg will ich gelten laßen, wenn ſo geleſen wird; bei Burlenberc dachte ich mir den Burglenberg, Bürglenberg, ahd. Burgilunberc, am Rhein unweit Breiſach(Dumbeck 339), wo Harlunge, vielleicht Amelunge mit ihrem Schatz hauſten(Heldenſage 186— 88), einer(sic) der Venusberge im Breisgau, und Eckart kann ſich auch darauf beziehen. Das harlunge gPolt greift aber in amelungiſche und gothiſche Sagen ein, Amelungehort wäre möglich, wie der berühmte Ermenriches hort.“—
Grimm ſcheint ſelbſt Nibelunge und Lurlenberge für richtig zu halten, jedenfalls muß man aber ſo leſen. Denn:
1. Jmelunge kann doch nicht gleich Amelungé ſein..
2. Unmöglich iſt Burlenberc aus Burgilunberc entſtanden— jetzt heißt der Ort Bürglen; Lurlenberg aber für Lorelei ſteht wirklich bei Merian. 4
3. Es gibt wol(Simrock, Mythol. p. 422) nach der Volksſage in jener Gegend einen Venusberg mit einem getreuen Eckart, und es iſt wol derſelbe, in welchem die Heldenſage die Harlunge mit ihrem Eckart hauſen läßt, aber auch Simrock ſagt nur, er liege in der Gegend, nicht er ſei Bürglen; von dieſem ſelbſt wird wenigſtens in der Beſchreibung dieſer Oertlichkeit von Schwab(Schwaben, 160) Nichts der Art erzählt, auch iſt es ziemlich weit von Breiſach und näher bei Baſel.—
4. Der Harlunge Gold wurde ihnen ja nach der Heldenſage genommen, und Marner konnte nicht mit Beziehung darauf ſagen, es läge noch dort.
5. Bürglen liegt nicht unmittelbar am Rhein, und unmöglich konnte derſelbe Dichter ſagen: „in dienet ouch des Rines grunt“ und fortfahren„der-hort lit in dem Burlenberge.“—
6. Marner nennt ſelbſt(Grimm, Heldenſag. 162) die Geſchichte von Eggehartes not als verſchieden von der vom Jmelunge hort; es wird alſo auch hier Nibelunge zu leſen ſein.
7. Im Renner(Grimm, Heldenſag. 171) heißt es mit Beziehung auf Marner: der Nibe- lunge hort. 1
8. Der Harlunge Gold heißt(Grimm Heldenſag. 17) Brosinga mene, und Grimm hat ſchon bemerkt, daß das Wort dem nordiſchen brisingamen, dem Halsſchmucke der Freyja, ent⸗ ſpricht; wenn er aber von„Broſingen“ ſpricht,„wonach der Hort benannt wird“, und Simrock ſagt:„Einen Bezug auf Breiſach zeigt auch der Halsſchmuck der Freyja, das Briſingamen (Brisingorum monile)“, ſo iſt, da man jetzt weiß, daß brisingamen Feuerhalsſchmuck heißt und ſich auf die Freyja als Gewittergöttin bezieht, offenbar, daß hier ein ſchon altes Mißverſtändniß vorliegt, und, indem man aus Brisinga-men ein Geſchlecht der Brisinge, dieſe aber dann zu Bewohnern von Brisingun“) machte, erſt ſo Breiſach zum Schauplatz der Sage wurde.
²) Was um ſo näher lag, da Brisingun ganz eigentlich„Ort der Briſinge“ bedeutet.— Daß übrigens Brisingun Breiſach werden konnte, ergibt ſich z. B. aus dem Wechſel von Nasonga(a 790) und Nassowa(915) bei Vogel, Naſſau 152(owa iſt gleich— ach).


