Aufsatz 
Heimatkunde von Friedberg und der Wetterau und ihre Verwertung im Geschichtsunterricht
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und von dem Tod des erst 1805 gewählten Burggrafen Clemens August Wilh. von Westphalen ab das Eigentumsrecht an ihr zugesichert. Am 10. März 1817 verzichtete der Burggraf von Westphalen unter Vor- behalt verschiedener Rechte auf die Burggrafschaft; im folgenden Jahre ²) starb er, seine Ruhestätte fand er auf dem alten Peterskirchhof in Frankfurt.

So kam Hessen definitiv in den Besitz der Burg Friedberg und damit auch der 12 Ortschaften des Freigerichts Kaichen: Altenstadt, Büdesheim, Groß-Karben, Heldenbergen, IIbenstadt, Kaichen, Klein-Karben, Oberau, Okarben, Rendel, Rodenbach und Rommelshausen.

Ferner erhielt das Großherzogtum Hessen in der Wetterau Solm- sische Orte, von Solms-Braunfels: Gambach, Griedel, Hungen, Muschen- heim, Weckesheim, Wölfersheim; von Solms-Laubach: Inheiden, Lau- bach, Wohnbach; von Solms-Lich: Lich, Hausen, Münster,(bei Hungen) Nieder-Weisel, Trais-Münzenberg, Södel; von Solms-Rödelheim: Assenheim, Bauernheim, Fauerbach bei Friedberg, Nieder-Wöllstadt, Ossenheim, Wickstadt; von Münzenberg den Solmsischen und Stolberg- Roßla'ischen Anteib; weiter die Ganerbschaft Staden: Staden, Nieder- und Ober-Florstadt, Stammheim; schließlich ritterschaftliche Orte: Beien- heim,(v. Rau), Melbach(v. Wetzel), Ockstadt(v. Franckenstein), Höchst an der Nidder(v. Günderode), Lindheim(v. Venningen), Steinfurth und Wisselsheim(v. Löw.) Die Isenburgischen Ortschaften entgingen durch Beitritt des Fürsten Karl von Isenburg-Birstein zum Rheinbund vorerst noch der Mediati- sierung; Isenburg-Birstein erhielt die Oberhoheit über die Besitzungen von Isenburg-Büdingen und lsenburg-Wächtersbach. 180 9/10 er- hielt Hessen Orte der kurhessischen Grafschaft Hanau-Münzenberg: Münzenberg, die zweite Hälfte von, Vilbel, Rodheim v. d. H., Holzhausen v. d. H., Assenheim(den hanauischen Teil), Dorheim und Nauheim (vorübergehend bis 1816) die Saline Nauheim kam an den Marschall Davoust.

Nach dem Wiener Congreß kamen 1816 hinzu die Be- sitzungen des Isenburgischen Hauses und der Isenburgische Teil der Ganerbschaft Staden: Büdingen, Heegheim, Nieder- und Ober-Mockstadt, Stockheim(J. B.); Assenheim, Bruchenbrücken, Bönstadt(J. W.); das Amt Dorheim mit Nauheim mußte wieder an Kurhessen abgetreten werden.

Nach dem Krieg von 1866 verlor Hessen das Hinterland: die Kreise Biedenkopf und Vöhl, konnte dafür aber sein Wetterauer Gebiet zusammenschließen durch die kurhessischen Orte Nauheim, Rödchen,

¹) Nach der im Archiv XII S. 619 mitgeteilten Grabinschrift ist der Todestag der 26. Dezember 1818.