Aufsatz 
Heimatkunde von Friedberg und der Wetterau und ihre Verwertung im Geschichtsunterricht
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wie 10 fache Zahl der Franzosen am 26. Oktober tapfer verteidigt, doch führten die Franzosen die Salzvorräte fort, wofür sie in Mainz und Frankfurt 50 000 Taler lösten.

1794 lagen vier kaiserliche Kavallerieregimenter in der Wetterau, der Kommandant, Prinz Karl von Lothringen, nahm Aufenthalt im Franckenstein'schen Schloß in Ockstadt; in Friedberg war ein kaiserliches Verpflegungsamt, und zu Rockenberg ein Feldhospital.

Als im Juli 1796 das österreichische Heer unter Wartensleben vom General Jourdan über Sieg, Lahn und Main zurückgedrängt wurde, und die Städte Frankfurt und Nürnberg und der fränkische Kreis ungeheure Kriegskosten zahlen mußten, durchkostete auch die Wetterau wieder den ganzen Jammer des Krieges; ein Schreckenstag für die ganze Gegend war der 9. Juli; am 10. Juli wurde Friedberg durch eine auf der Höhe von Schwalheim aufgestellte Batterie beschossen. General Jourdan und Lefevre passierten mit ihren Truppen die Wetterau. ¹)

Die Kriege gegen Napoleon J. brachten naturgemäß wieder viele Truppendurchzüge, Einquartierung und Contribution.

Eine Vorstellung von der Größe der Opfer, die damals verlangt wurden, giebt die Angabe, daß die Gemeinde Ockstadt 1806 und 1807 660 Gl. Contribution und 6554 Gl. für Einquartierung zahlen mußte; 1815 verlangte die Großh. Kriegs-Kommission die Anlage von Fourage- Magazinen für die durchzichenden Truppen, den Ockstädtern wurde hierbei die Lieferung von 358 Malter Hafer, 400 Zentner Heu, 819 Ge- bund Stroh und 4007 Stück Strohseile zugewiesen.

Der Zug der Alliirten nach Frankreich brachte auch viele Russen in die Wetterau.

14. Goethe in Friedberg und der Wetterau.

In diese Zeiten des Elends strahlt ein Schimmer des Glanzes, wo- mit Goethe und Schiller die deutsche Litteratur verklärten, auch nach Friedberg und in die Nachbarschaft. Goethes YVater hatte einen Netter, der als Schreinermeister sich in der Reichsstadt Friedberg niedergelassen hatte und seit 1730 die Gastwirtschaft zum Ritter bétrieb, jedoch ohne

¹) In al en Fensterscheiben des ehemaligen Gasthauses zu den drei Schwertern, jetzt Fürths Erben, finden sich aus jenen Kriegszeiten noch die Namen und Wahl- sprüche französischer Offiziere eingeritzt: Simon Kekuté 1792. Plus éêtre que paraitre fidéele an bon Dieu et à son maitre, le 25 avril 1759 et le 4 janvier 1760. Si Deus pro nobis, Quis contra nos? Rauch, Capitaine Royal Suédois u. a.

Zeugnisse ritterlicher Gesinnung und guter Glasscheiben!