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stadt 4220 Rationen zu 1 Gulden an die Regimenter Fleury, Clermont, Irländer, rote Dragoner, Orléans und Champagne und 1600 Rationen an das Magazin zu Friedberg zu liefern.„Es ist unmöglich, mein Herr, Ihnen Alles zu beschreiben, was der Ort Ockstadt, der das Unglück hat bei Friedberg zu liegen, und mein Haus trotz der Schutzwache, welche Sie mir zu stellen die Gnade hatten, unter den beständigen Märschen und Rückmärschen der Truppen zu leiden hat“, schrieb Freiherr Carl Franz von Franckenstein am 5. März 1761 dem französischen Kommandanten zu Vilbel.(Rady, O. Chr. 171— 172.)
In der Frühe des 30. August 1762 wagte der Erbprinz von Braun- schweig einen Sturm auf den von der gesamten Armee des Prinzen Condé ¹) und von einem Teil derer des Prinzen von Soubise besetzten und verschanzten Johannisberg bei Bad-Nauheim. Durch eine Verwechslung geschah der Aufmarsch von Fauerbach bei Friedberg aus, statt von Fauerbach vor der Höhe, und so kam der Erbprinz direkt unter das feindliche Feuer. Die Angreifenden wurden unter empfindlichen Verlusten bis zum Södeler Wald zurückgeworfen. Der Erbprinz selbst wurde ver- wundet auf einer Kanone nach Wisselsheim und von da nach Melbach gebracht, wo er sich im vordersten Wirtshaus verbinden ließ.
Eine hübsche Anckdote berichtet, daß der Herzog von Braunschweig bei der Kanonade von Valmy in der Champagne, 20. IX. 1792, im ersten Koalitionskrieg gegen Frankreich in Erinnerung an seine Feuer- taufe vor 30 Jahren ausgerufen habe:„Das ist ja wie vor dem Johannis- berg bei Friedberg.“
Als beim siegreichen Vordringen der französischen Revo- lutionsheere General Custine am 21. Oktober 1792 seinen Einzug in Mainz gchalten, tags darauf die Uebergabe von Frankfurt mit zwei- Millionen Gulden Contribution entgegengenommen hatte, schickte er seinen General Houchard aus zur Brandschatzung der Wetterau, ins- besondere der dortigen Klöster. Von der Burg Friedberg wurden 25 000 Gulden verlangt; da sie die Burg nicht gleich aufbringen konnte, wurden Kammerrat Helmolt und der Sohn des Kanzleidirektors, Dr. Schatzmann, als Geiseln nach Landau und Mainz abgeführt. Nauheim wurde zwar vom hessischen Hauptmann Mondorf mit 125 Mann gegen die mehr
¹) Dieser Prinz v. Condé ist Nachkomme des grossen Condé im 4. Grade und Grossvater des 1804 zu Vincennes erschossenen Herzogs von Enghien. Ueber die militärischen Operationen der Franzosen vor dem Treffen bei Nauheim vergl.: Ver- schanzungen des Prinzen Condé bei Grünberg im August 1762, von Ingenieur C. Sternsdorff und Dr. A. Roeschen. Quartalblätter 1889 Nr. 1, auch Dr. Willbrand und Buchner: Zur Geschichte des 7jährigen Krieges in Oberhessen, im IV. Jahresbericht des oberhessischen Vereins für Lokalgeschichte.— Doch ist nicht zu übersehen, dass für Schüler der 7jährige Krieg ohnehin Kriegsdaten genug hat!


