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Es ist keine Kulturperiode mehr und auch in der Folgezeit hören wir nur von Krieg und Kriegselend.
13. Das Kriesselend der folsenden Zeiten.
In den Kriegen Ludwigs XIV. gegen Deutschland hatte auch die Wetterau unter dem Druck beständiger Einquartierungen und hoher Kriegskontributionen zu leiden. Von der Höhe der letzteren mögen einige Angaben aus der Nieder-Weiseler Chronik eine Vorstellung geben:
1680 Kriegskosten, Contribution, Monatsgeldt und Zehrung an die Münster'schen Völker unter General Schwartz 2475 fl. 9 t.(Turnos).
1681. Keyserlich einquartirte Völker hier— die Zöller'sche Com- pagnie. Die Gallas'schen Völker nehmen viele Pferde mit. Kriegskosten: 2545 fl. 7 t.
1685 Contribution monatllich 117 fl. 4 t.= 1346 fl. 8 t. ¹) 1686 desgl. 5 90 fl.— 1080 fl.
1687 desgl. 6 90 fl.= 1080 fl.
1688 desgl. 2125 fl. Hannvrische ziehen durch. 1689 desgl. 2657 fl nebst 785 fl. andere Unkosten.
Fast in jedem folgenden Jahr finden wir über 2000, 3000, 4000 fl. Kriegs-Kontributionen. Die alten Kriegsschulden, die auf manchen Orten heute noch lasten, stammen vielfach aus diesen Zeiten.
Im 7jährigen Krieg diente Friedberg den Franzosen als be- festigter Waffenplatz; zum Bau der Schanzen wurden die Bauern der ganzen Umgegend herangezogen Im Süden der Stadt wurde ein großes Magazin angelegt. Als in der Schlacht bei Bergen, am 13. April 1759, sich zuerst der Sieg auf die Seite des Herzogs von Braunschweig neigte, wurde von den Franzosen Befehl erteilt, das Friedberger Magazin in Brand zu stecken, um es nicht in die Hände der Feinde fallen zu lassen. Als sich der Sieg den Franzosen unter dem Herzog von Broglio zu- wandte, kam Gegenbefehl, doch konnte den verheerenden Flammen kein Einhalt mehr getan werden. Die Gärten, wo dies Magazin stand, hießen bis in die Gegenwart noch die Magaazinsgärten.
1759 wurden„von denen zu ockstatt gelegenen Artillerie-Knechten für 2594 Gulden Stroh, Heu und Hafer aus den Scheunen verschleppt und gestohlen.“„Officier, Canonier und Artillerie“ verbrannten bei den Wachen im Felde und im Dorf zu Ockstadt für 1424 Gulden Holz; 330 Männer aus Ockstadt mußten abwechselnd an den Verschanzungen zu Friedberg und Nauheim arbeiten. Innerhalb eines Jahres hatte Ock-
1) Archiv XII, S. 551. Die Multiplikation des ersten Postens stimmt übrigens nicht.
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