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In den Urkunden werden öfters Orte in der Wetterau erwähnt, die jetzt verschwunden sind, darunter eine stattliche Zahl, die im 16. Jahrhundert zum letztenmal vorkommen. Es liegt nahe anzunehmen, daß sie im 30 jährigen Krieg eingegangen sind; nachweisen läßt es sich nicht, und Wagner, Wüstungen mahnt zur Vorsicht.(Vorrede, S. V.) Solche sind z. B.: Hüftersheim bei Ober-Mörlen, die Fundamente des Kirch- turms wurden erst 1832 ausgebrochen, 1536 wird die Kirche noch er- wähnt; die Hüftersheimer Mühle bewahrt den Namen.
Hollar kommt 1522 noch vor, 1640 wird das Dach der Kirche abgebrochen, die Einwohner ziehen nach Ockstadt.(O. Chr., S. 124)
Ober-Straßheim, wo jetzt noch der Ober-Straßheimer- oder Löwenhof steht(genannt nach dem zeitweiligen Besitzer Freiherrn von Löw zu Steinfurt). Der Hof gehört jetzt dem Freiherrn von Francken- stein; Straßheim zählt jetzt noch als eigene Gemeinde und Gemarkung.
Straßheim oder Niederstraßheim, wo der Weg von Ock- stadt nach Nieder-Rosbach die Straßbach schneidet; die Einwohner wanderten nach Friedberg aus. Die Reste der Kirche wurden 1804 ab- gebrochen, ein römischer Votivstein des Fundaments kam in die Fried- berger Stadtkirche, beim Bau der Homburger Bahn wurden hier noch viele Gebeine gefunden.
Beinhards, jetzt Hof und Forsthaus, an der alten Weinstraße von Ober-Rosbach nach Holzhausen, noch 1517 als Gericht erwähnt.
Girbelheim, Girburgeheinm, die Görbelheimer Mühle an der Wetter unweit der Mündung der Straßbach trägt den Namen davon, noch steht daselbst unter einer uralten, fast abgestorbenen Linde ein Heiligenhäuschen. ¹)
Wenn es in einem Schreiben aus dem 18. Jahrhundert, aber ohne näheren Datums, heißt ²), daß Stürzelheim, Wirtheim, Groß- und Klein- Leichen ³) und Oberpeterweil lauter kleine Dörfer um den Flecken Rodheim gelegen gewesen seien, die aber in alten Kriegszeiten verheert worden seien, worauf die Einwohner sich nach Rodheim begeben hätten, so dürfen wir wohl zunächst an den 30jährigen Krieg denken, und ersehen zugleich daraus, wie zahlreich die kleineren Orte der Wetterau waren.
Vernichtet wurden ferner im 30 jährigen Krieg der ganze Weinbau der Wetterau sowie die Vorstädte der Stadt Friedberg.
¹) Bemerkenswerte Bäume im Grossherzogtum Hessen in Wort und Bild, heraus- gegeben vom Grossh. Ministerium der Finanzen, Abteilung für Forst- und Kammer- verwaltung, Darmstadt 1904.
²) Wagner, Wüstungen, 8. 342, 346/47.
³) Im Jahre 1582 hatte Leichen noch Hübner und Baumeister, Archiv V, S 156.


