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Grafen zu Solms-Hohensolms, dem Gustav Adolf schon früher die Comthurei zu Nieder-Weisel verliehen hatte, zur Entschädigung für gehabte Kriegskosten(65,500 Reichstaler). Entsetzlich wurde im Kloster gehaust.
Dem Grafen Heinrich Vollrath von Stolberg waren von Gustav Adolf am 7. Januar 1632 die Orte Königstein, Eppstein, Neuenhain, Münzenberg, Cranzberg, Butzbach und Ockstadt zugeteilt worden wegen seiner Verdienste um die Krone Schweden.
Am 13. Juli 1633 weilte Oxenstierna selbst in Friedberg, die Stadt erwirkte sich verschiedene Vergünstigungen von ihm, z. B. Erlaß der 40 Gulden, die an das Ruprechtskloster alljährlich zu zahlen waren, als Ablösung des Patronatsrechtes.
Nach der Schlacht bei Nördlingen(5. September 1634) erhalten die Kaiserlichen wieder das Uebergewicht; Graf Isolani lagert in Wind- ecken; Burg und Stadt Friedberg müssen ihm 2500 Reichstaler Brand- schatzung zahlen. Der kaiserliche General-Wachtmeister von Bönning- hausen besetzt Burg und Stadt Friedberg, worin Pest und Hungersnot wüten; Kroaten, Polen und Ungarn plündern die Wetterauer Dörfer.
Den Winter von 1634 auf 1635 lag Graf Montecuculi mit einer Compagnie Reiter in der Burg und erhob 2666 Gulden Contribution.
4. Periode: der schwedisch-französische Krieg, 1635—48.
1636„keine Ausgabe an Arme und vertriebene Leuthe, denn man Gott erbarms nicht einheimisch seyn können.“
1637. Keine Einnahme vom Brauhaus„dann die Gemeind der- mahlen flüchtig gewessen.“(Chronik von Nieder-Weisel.)
1644.„Weingarten zu Oxstadt liegen ganz öd vnd wüst, auch gäntzlich zumal verdorben, deswegen nichts weder zur Innahm oder Ausgab setzen thun.“
1646.„Ist diß Jahr, die weill die Frucht durch das Kriegs Volk gantz weggenommen, kein Korn Ingenommen worden.“(Ockstädter Chronik.)
1643. Wölfe kommen bis vor Friedberg.
1639. Oberst Deveroux, der Mörder Wallensteins, mit seinem Re- giment in Friedberg, verlangt 40000 Gulden; 2000 Taler brachte man zusammen..
1640 besetzen Weimaraner Friedberg; der kaiserliche General Gallas wird zurückgetrieben. Der österreichische General Geleen erstürmt 16./26. November 1640 die Stadt; 1647 erstürmen Kasselische Truppen die Stadt.
Von 1620— 1650 kostete der Krieg die Stadt Friedberg, ohne was den Bürgern von den Soldaten genommen wurde, an ordnungsmäßiger Schatzung 379,234 Reichstaler, eine für jene Zeit ungeheure Summe. ¹)
¹) Vergleiche auch Mader: Sichere Nachrichten von der kaiserlichen Burg Friedberg, 3. Band.


