Aufsatz 
Heimatkunde von Friedberg und der Wetterau und ihre Verwertung im Geschichtsunterricht
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es, zunächst wenigstens für seine Beamten, wieder katholischen Gottes- dienst in Vilbel einzuführen, in einem auf Mainzer Gebiet stehenden Schloß mit einer alten Kapelle; und er blieb in Uebung trotz Hanauer Protestes.

11. Der 30jährige Krieg.

Die Leiden des 30jährigen Krieges hat Friedberg und seine Um- gebung voll und ganz durchkostet. Die fruchtbare Wetterau war ein willkommenes Requisitionsland für die beutegierigen Söldnertruppen. Spanier, Osterreicher, Kroaten, Polen, Ungarn, Schweden tränkten in wildem Wechsel ihre Rosse in der Usa und füllten ihre Proviantwagen mit dem Raub der Wetterauer Felder.

Anschauliche Einzelschilderungen des Treibens der Soldateska geben uns Radys Ockstädter Chronik, die Mitteilungen aus der Chronik von Nieder-Weisel von Pfarrer Kaiser daselbst im Archiv XII, S. 507 u. f. und die Wetterfelder Chronik, Aufzeichnungen eines lutherischen Pfarrers der Wetterau, der den 30 jährigen Krieg von Anfang bis Ende miterlebt hat, herausgegeben und erläutert von Fr. Graf zu Solms-Laubach und W. Mathaei.

Wir beschränken uns hier darauf, die Rückwirkung der grossen Kriegsereignisse und das Eingreifen der großen geschichtlichen Persön- lichkeiten hervorzuheben.

1. Periode: der böhmisch-pfälzische Krieg, 1618 1624.

Holländische Hülfstruppen für die Union erschienen Dezember 1620 unter dem Prinzen Heinrich Friedrich von Oranien, plünderten Ockstadt, Ober- und Nieder-Mörlen; wenige Tage nachher kommen spanische Truppen.

Spanien schickt Oesterreich ein Hülfsheer von 25 000 Mann unter Spinola; Spinola läßt die Orte Friedberg, Münzenberg, Wetzlar und Gelnhausen besetzen. In Friedberg liegen vom 14/24. Dezember 1620 ab 2 Compagnien Reiter und 2 Compagnien Fußvolk elf Jahre lang.

Am 3. Juni 1622 ist der Graf von Anhalt mit seiner ganzen Armada in der Wetterau über Nacht gelegen; die Mansfelder haben nächtlicher Weise Darmstadt beschossen und erobert, Landgraf Ludwig verstrickt und gegen Mannheim geführt.

Am 20. Juni 1622 wurde Christian von Braunschweig von Tilly bei Höchst am Main geschlagen; die Trümmer des geschlagenen Heeres flüchteten durch die Wetterau, verfolgt von spanischen und bayerischen Truppen. Nachdem er die Pfalz unterworfen und Heidelberg erobert