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5. Cuius regio, illius religio! Gegenreformation.
Ein Beispiel für die Handhabung des im Augsburger Religions- frieden festgesetzten ius reformandi auch im Dienst der Gegenreformation bieten die ehemals königsteinschen Orte der Wetterau. ¹)
Zur Herrschaft Königstein, deren Mittelpunkt das Amt Königstein im Taunus bildete, und die im Südwesten mit den Gemeinden Weilbach, Wicker, Hofheim sich ans Kurfürstentum Mainz anlehnte, gehörten in unserer Gegend Ober-Wöllstadt, rings von solmsischem, reichsstädtischem und ritterschaftlichem Gebiet umschlossen, ferner der Unteramtsbezirk Kransberg mit den Gemeinden Kransberg, Pfaffen-Wiesbach, Ober- und Nieder-Mörlen, Oppershofen und Rockenberg.
Dieses Ländchen war im Jahre 1535 von dem letzten Grafen Eber- hard von Eppstein in den Besitz derer von Stolberg übergegangen. Unter den Grafen von Stolberg wurde die Reformation eingeführt. Graf Ludwig von Stolberg starb 1574, sein Bruder Christoph 1581, beide ohne männliche Erben zu hinterlassen. Für diesen Fall hatte Kaiser Maximilian II. 1575 dem Kurfürstentum Mainz die Anwartschaft auf die Grafschaft Königstein als erledigtes Reichslehen erteilt. Demgemäß er- griff Kurfürst Daniel Brendel von Homburg 1581 Besitz von der Graf- schaft Königstein.
So war die Grafschaft Königstein, nachdem seit 2, 3 Jahrzehnten die Reformation in diesem Gebiet durchgeführt war, jetzt an das geist- liche Fürstentum Mainz gefallen.
Erzbischof Daniel Brendel von Homburg konnte in den kirchlichen Verhältnissen keine Anderung mehr vornehmen, er starb schon 1582; sein Nachfolger, Wolfgang von Dalberg, 1582— 1601, war nicht gewillt dazu. 2) Doch hatte die katholische Regentschaft für die Grafschaft Königstein zunächst die Folge, daß sie nicht zum Kalvinismus übergeführt wurde, zu einer Zeit, wo die meisten Wetterauer Grafen den Kalvinis- mus annahmen und in ihren Gebieten durchführten: Nassau-Dillenburg 1578, Isenburg 1585, Hanau 1596, Solms 1586.
Erst Erzbischof Johann Adam von Bicken, 1601— 4, ein Neffe Daniel Brendels, begann mit der Restauration des Katholizismus in der Grafschaft Königstein; fortgeführt und vollendet wurde sie unter Johann Schweikart von Cronberg, 1604—26.
Begonnen wurde gewöhnlich mit der Ersetzung des lutherischen
¹) Dr. Jakob Schmidt: Die katholische Restauration in den ehemaligen Kur- mainzer Herrschaften Königstein und Rieneck 1902.
²) Buono, ma pusillanimo charakterisiert ihn Kardinal Madruzzo am 20. Juni 1582.(Nuntiaturberichte aus Deutschland nebst ergänzenden Aktenstücken, 3. Abteilung 1572— 1585, 1. Band: Der Kampf um Köln 1576—94, S. 314.)


