Aufsatz 
Heimatkunde von Friedberg und der Wetterau und ihre Verwertung im Geschichtsunterricht
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Bei Ausarbeitung seiner Fabeln legte sich Erasmus Alberus ein Verzeichnis von deutschen Wörtern an, die auf denselben Reim aus- gingen; die Arbeit setzte er später fort, und es entstand so ein Reim- lexikon, das die deutschen Worte nach der alphabetischen Reihenfolge ihrer Endsilben verzeichnet; im Interesse der studierenden Jugend wurde auch die lateinische UÜbersetzung beigefügt; das Dictionarium erschien 1540, auf der Mainzer Stadtbibliothek befindet sich ein Exemplar dieses seltenen Werks. Auf seinen Fabeln ruht, wie wir gesehen haben, der Duft der Heimatliebe; diese Anhänglichkeit an das Land, wo seine Wiege stand, bestimmte ihn auch einekurze Beschreibung der Wetterau zu geben. Sie ist wirklich kurz, nur 4 ½ Quartseiten umfassend, keine ge- lehrte planmäßige Beschreibung, sondern eine frische, fröhliche, mitunter sprunghafte Schilderung, worin aber überall die eigene Anschauung und die persönliche Anteilnahme der Darstellung besonderen Reiz verleihen. Gewissenhaft wird auch überall vermerkt, wo guter Wein wächst: Bey Büdingen wächst viel Wein; Ortenberg ein Stadt und Schloß ist Hanauisch und Königsteynisch, da wechst auch guter Wein; Rosbach ein Stedlin ist Landgreffisch und Trierisch, da wechst auch Wein. Bei Staden und den Dörffern Florstadt, Moxstadt, Ranstat, Dauernheym wechst guter Wein. Assenheim ist drier Herrn, Hanau, Solms, Eisenberg, daselbst wechst auch gut Wein, und das Volk ist gottesfürchtig Oben an Fridberg uff einem hohen Berge, der St. Johannes Berg heißt, wechst viel und guter Wein. ¹)

Es ist aber die Wetterau von GOTT reichlich gesegnet, denn da wächst gut Weitzen, schöne Rocken, Gersten, Habern, Erbeyßen, Flachs und guter Wein, und des mehr sie dann bedürffen, können auch die Nachbarn, so in ihrem Lande nicht Getreyds genug haben, mit Getreyd reichlich versorgen. Trotzdem bemerkt er nach Erwähnung der ver- schiedenen geistlichen und weltlichen HerrnEs haben aber gedachte Fürsten, Graven und Herrn, auch anderswo Land, sunst kunten sie sich nit alle allein von der Wetterau erhalten!

Daß die Liebe zur Heimat ihm die Feder diktiert hat, bemerkt Erasmus Alberus zum Schluß seiner Beschreibung in den schönen Worten:Diß habe ich geschrieben, der Wetterau meinem Vatterlande zu Ehren, daß die Inwohner GOTT danken und loben um das schöne gute Land, das er ihnen ge- geben hat.Amenl

¹)Man brauet auch ziemlich gut Bier in der Wetterau, als zu Nidda, Butsch- bach, Laubach, Hochweissel, Giessen, Grunberg, Frankfurt.