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Auffallend ist wenigstens, daß der Ortsname Stedenn sich in Kilian- städten ändert. Kaldern(Kiliander) bei Marburg birgt auch den Namen Kilian, und zwischen Laubach und Schotten erinnert die Kiliansherberge an ihn.
Bei Schotten ¹) scheint es am selbstverständlichsten anzunehmen, daß es auf irische Mönche(Schotten) zurückzuführen ist, und in der Tat erzählt eine Tradition, die man auch durch eine Urkunde zu stützen gesucht hat, die Gründung Schottens durch zwei schottische Prinzessinnen Rosamunde und Digmudis. Für die Tradition spricht, daß Schotten eine der ersten Stätten der Marienverehrung in dieser Gegend war, und einen Altar St. Brigide hatte. Für beide Kulte aber hatten die Iren ausgesprochene Vorliebe. Vielleicht ist die Tradition nur eine An- lehnung an die Tatsache, daß in Wetter zwei königliche Schwestern aus der Heimat des heiligen Gallus, Almudis und Digmudis, 1015 ein Kloster stiſteten. In unserer nächsten Nähe ist Sternbach eine alte Missionsstätte der Schotten, die bereits 810 hier eine Kirche be- saßen, wozu die Kirche von Bauernheim und später die von Wickstadt gehörte.(Dono. antem.... quartam(ecclesiam) que est in Sterrenbach et quintam, que est in Burrenheim. Des Abtes Beatus Urkunde 810.) 2) Der Schottenmission aber fehlte das Einheitliche, Umfassende; die Schotten liebten das Einsame, das Eremitenleben in schauerlicher Waldesfinsternis. Planmäßige Einheit kam in die Missionstätigkeit erst durch Bonifatius. Bei Büdingen vorbei führt eine alte Strasse von Thüringen nach Mainz, die Reffstraße; es ist der Phantasie unbenommen, sich vorzustellen, daß auf dieser die ältesten Glaubensboten von Fulda nach Mainz eilten. Sonst sind Erinnerungen an die Wirksamkeit des hl. Bonifatius in der Wetterau gering; auf dem Johannesberg bei Nauheim soll er gepredigt und die Kirche erbaut haben. In der Gemarkung Heldenbergen liegt ein Acker, 2038 qm groß, der den Namen Bonifatiusacker führt. Hier soll der hl. Bonifatius sich niedergelassen und ausgeruht haben. Für die Traditon spricht die Tatsache, daß der Acker bis heute steuerfrei ist. 3) In einer muldenförmigen Vertiefung auf dem Taufstein soll Bonifatius die Chatten getauft haben. Der Mönchsbrunnen in der Nähe des Taufsteins oder des Nesselberges hieß ehemals Bonifatiusbrunnen. Archiv X, S. 231. Im Zusammenhang mit der Klostergründung zu Fulda wird uns zum
¹) Typographische und historische Nachrichten von der Stadt Schotten. Von August Decker. Archiv I, S. 121 n. f.
²) Die neuen vormaligen Schottenkirchen in Mainz und in Oberhessen, im Zu- sammenhang mit der Schottenmission in Deutschland. Von Pfarrer Heber zu Darm- stadt. Archiv IX, S. 193 u. f.
³) Mitteilung des Herrn Stadtrat Dietz in Friedberg und des Herrn Gemeinde- rechners Schneider von Heldenbergen,


