Aufsatz 
Heimatkunde von Friedberg und der Wetterau und ihre Verwertung im Geschichtsunterricht
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Kesselstadt, Heddernheim, Okarben, Friedberg. In den Kaſtellen lagen die Truppen, Alen und Kohorten; ihre Hauptaufgabe war die Sicherung der Grenze. Die Grenze wurde bezeichnet durch einen Grenzpfad, der über die Hõöhen und Halden des Taunus wegzog und bald bis zum Main verlängert und mit Erdschanzen gesichert wurde. Nach dem Ausland wurde dieser Grenzweg durch einen Flechtenzaun abgeschlossen; wo dieser Zaun unterbrochen war, z. B. durch Wege und Durchlasse erhoben sich im Inland hölzerne Wachttürme. Die Türme wurden durch Militärposten besetzt, die von den Kaſtellen gestellt wurden. Nahte Gefahr, so wurde von den Türmen aus die Besatzung der Kaſtelle alarmiert.

So diente dieser domitianische Limes, ¹) dessen Anlage sich gerade in unserer Gegend deutlich erkennen läßt, wesentlich dem Grenzschutz; nicht daß seine Anlage selbst den Schutz bot, sie konnte ja den Feinden kein ernstliches Hindernis bieten, die Sicherung lag in der Organisation des Vorpostendienstes in Verbindung mit den Truppenmassen der Kaſtelle, von denen zu den Erdschanzen des Limes treffliche Strassen führten.

Eine zweite Bauperiode für die Limesanlage bedeutet die Re- gierungszeit des Kaisers Hadrian, 117 138. jetzt werden die Kohorten- kaſtelle aus der Ebene an den Limes selbst verlegt; die Garnisonen von Heddernheim, Kesselſtadt, Okarben, Heldenbergen werden aufgegeben; der Wetterauer Limes wird bezeichnet durch die Kaſtelle Langenhain, Arnsburg, Inheinden, Oberflorſtadt, Staden, Altenſtadt, Marköbel. Die Holztürme wurden vielfach durch die dauerhafteren Steintürme ersetzt. Vor dem Limes wird ein Pallisadenzaun angelegt. In einem Gräbchen wurden Pfähle eingerammt, lm tief in den Boden und mit Steinen ver-

1) v. Cohausen: Der römische Grenzwall in Deutschland.

Friedr. Kofler: Der Pfahlgraben im Horlofftal zwischen Hungen und Echzell. Quartalbl. 1886, Nr. 1, S8 9 u. f. Der Pfahlgraben im Horlofftal zwischen Bisses und Staden. Quartalbl. 1886, Nr. 4, S. 203 u. f. Der Pfahlgraben in der Wetterau. Quartalbl. 1887, Nr. 2, 8 63 u. f. Der Pfahlgraben von der hessischen Grenze bei Marköbel bis Bisses. Quartalbl. 1882, Nr. 3, S. 121 u. f. Sämtlich mit Karten und Plänen.

W. Soldan: Der Pfahlgraben von der Wetter bis Butzbach im 3. Jahresbericht des oberhessischen Vereins für Lokalgeschichte.

Prof. Dr. Gareis: Römisches und Germanisches in Oberhessen; ebenda.

Archäologische Karte des Grossherzogtums Hessen nebst begleitendem Text. Archiv Neue Folge I, S. 1 114. Nachtrag dazu, Archiv Neue Folge II, S. 441 482.

Hirsch: Vom römischen Grenzwall. Vortrag bei der Kaiser Geburtstagsfeier der Mannheimer Mittelschulen. Mannheim 1902; woselbst auch weitere Litteratur- nachweise für die gesamte römische Grenzanlage.

Dr. Ernst Schulze: Die römischen Grenzanlagen in Deutschland und des Limes-

kastell Saalburg a. u. d. T. Gymnasialbibliothek, herausgegeben von Professor Hugo Hoffmann, 36. Heft, mit 21 Abbildungen und 4 Karten. Gütersloh 1903.