B. Gliederung des heimatkundlichen Materials
aus der Geschichte Friedberss und der Wetterau für den Geschichtsunterricht der NMittel- und Oberstufe.
1. Römische Kulturperiode.
Der fruchtbare Ackerboden der Wetterau hat von je die Menschen angezogen; schon in der vorgeschichtlichen Zeit finden sich hier zahl- reiche Ansiedlungen, das beweisen die vielen Funde aus der neolithischen, der Bronze-Hallstatt und La Tènezeit ¹1) Zum Kulturland im eigent- lichen Sinn aber wird die Wetterau erst durch die Römer.
An ihre Herrschaft erinnern am augenfälligsten die Reste der Kastelle und des Limes; drum werden wir auf diese etwas eingehen müssen.
Von Mainz, dem römischen Hauptquartiere, aus unternahm Drusus seine Feldzüge gegen die Chatten, die den Kelten in unserm Gebiete gefolgt waren. Das Eroberte suchte er durch Kastelle zu schützen, an der Lippe gegen die Cherusker durch Aliso, im Taunusgebiet gegen die Chatten durch die Saalburg, oder durch Hofheim oder ein anderes Kastell; die Vermutungen gehen hier auseinander.
Durch die Niederlage des Varus gingen diese Eroberungen wieder verloren, wenn auch unter dem Schutz der Mainzer Garnison das untere Maingebiet bis zur Niddamündung wohl römisch blieb. Unter Domi- tian 81— 96 erfolgte die dauernde Besetzung der Wetterau. Im Jahre 83 brach Domitian mit vier Legionen, der I., XIII., XXI., XXII. von Mainz aus zum siegreichen Kampf gegen die Chatten auf; sie wurden aus der Wetterau hinausgedrängt, auch aus ihren Schlupfwinkeln, den Ring- wällen, verjagt. Feste steinerne Kastelle werden in der Ebene angelegt:
¹) Die Altertumssammlung des Friedberger Geschichtsvereines und ihre Ver- wertung in def Schule. 1. Die prähistorischen Altertümer. Von Paul Helmke, grossh. Oberlehrer. Mit 4 Tafeln, gezeichnet von Gymnasiallehrer L. Roth. Beilage zum Jahresbericht der grossh. Augustinerschule, Gymnasium und Realschule zu Friedberg i. H. Ostern 1904.(Progr. Nr. 739.)


