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»Eine Vorbereitung in den Amadis. J. F. G. M.« Aus den 138 Verszeilen wird es genügen. die folgen- den, welche Fischarts Urteil über den Wert des Amadis kundgeben, hier anzuführen. Nachdem er er- zühlt hat, daß Mithridates»so gebeitzt den magen«, qaß ihm kein Gift mehr schaden konnte, führt er fort: »Also soll es auch hie geschehen In diesem Buch, darinn jhr sehen, Wie in Comedij vnd im spiel Beyd guttes vnd auch böses viel, Das jhr euch machet vorgerüst Mit guttem, welchs das böß verdrüst...
Wa jr denn also seyt versehen,
Wirt euch vom gifft kein schad geschehen. Vnd wirt den Reinen alles rein,
Vnd mag euch alles nützlich sein...
Wer aber diese weiß wolt schelten,
Der mußt auch zwar nicht lassen gelten. Alle History vnd geschicht.
Darinn man guts vnd böß bericht. Deßzgleichen welchem nicht gefalt,
Dieweil es fabeln in sich halt, Der gibt sein vnverstand an tag,
Das er nicht grosses wissens trag. Vmb der Poeten jhre kunst,
Die aller weifheyt ist ein gspunst, Wie fein sie vnder den Parabeln
Vnd kunst gedichten jhren fabeln, Die schönsten lehren süß verdecken..
Derwegen niemand nichts veracht,
Eh er es liefzt, vnd recht betracht, Vnd leg nichts zu dem ürgsten auß,
Sonst macht im guttes auch ein grauß. Handel argwönisch nicht hierinn
Verkehr in gifft nichts wie ein spinn, Sondern er handel wie die bienen,
So wirt jm alls zum besten dienen.«
Kurfürst Karl Ludwig von der Pfalz, der Sohn des böhmischen Winterkönigs, kaufte sämtliche Bände des Amadis auf der Frankfurter Messe und schickte sie seiner zweiten, ihm zur linken Hand an- getrauten Gemahlin Maria Susanna Luise, Raugräfin von Degenfeld, zur Unterhaltung und Belehrung.
Aber auch der Schalk Grimmelshausen lußzt den Roman der»Landstörtzerin Courage« von ihrer Kostfrau in Wien borgen:»Sie lehnete mir auch« erzühlt jene,»den Amadis, die Zeit darinn zu vertreiben und Complimenten daraus zu ergreiffen.«
Martin Opitz ist ein begeisterter Lobredner des Amadis ¹).
Jedoch auch tadelnde Stimmen erhoben sich. Moscherosch spricht ein pedantisches Urteil gegen Jen Amadis aus; sein rationalistischer Realismus wendet sich nüchtern verneinend gegen alle helden- mäßige Epik von der Ilius bis zu den Nibelungen, ja bis zu Tasso und Wieland, welche nach solcher An-
¹) Im»Aristarchus sive de contemptu linguae teutonicae. Bethan.(1618)« S. 78 f.


