»Car leur corps ne vaut une pomme Plus que le corps d'un charretier, Ou d'un clere ou d'un escuyer,«
so sagt von ihnen Jehan de Meung(1260— 1320) im Roman de la Rose, während er das Selbstgefühl des gemeinen Mannes mit den Trostesworten zu heben sucht:
»Nus n'est vilains, fors par ses vices, Dont il pert(parait) outrageus et nices: Noblece vient de bon corage,
Car gentillece de lignage
Neest pas gentillece qui vaille,
Se la bonté de cuer i faille.«
Der Glanz des Ritterwesens erlosch allmählich. Selbst die Tempelherren, ein mächtiger Ritterorden, dessen Mitglieder halb Mönche, halb Krieger waren ¹), fielen( 1307) rettungslos der Eifersucht und besonders der Habgier Philipp des Schönen von Prankreich zum Opfer, welcher längst die Schätze an Gold und Silber und die reichen Besitztümer des Ordens als seine sichere Beute betrachtet hatte,
die Ritter aus, welchen durch die Folter das Bekenntnis ihrer vorgeblichen Verbrechen entrissen worden war. Der Papst Clemens V. nahm teil an ihrer Unterdrückung; Karl von Sicilien und Provence
In der Schlacht bei Crécy(1346) siegten nicht mehr die Ritter, sondern das gemeine Volk, die englichen Bogenschützen. Auch wurde in dieser Schlacht zum ersten Mal im Feld ein Kriegsmittel verwendet, welches die ganze seitherige Taktik, wenn auch nur langsam, umgestaltete: die Kanonen Auf, vor und unter den Karren einer weitläufigen Wagenburg erhielten die Bogenschützen ihren Plat⸗z und wurden von sechs Bombarden ²) unterstützt, welche eiserne Kugeln auf die Ritter spien. Die englischen Bogenschützen schossen auf die Franzosen ihre Pfeile ab, daß diese wie Schneeflocken fielen ³).
Die Bauernschaft kannte in ihrem glühenden Haß gegen den französischen Adel, weil dieser an dem Verlust der Schlacht bei Poitiers(1356) die Schuld trug, keine Grenzen mehr; die Ritter waren als Gefangene auf ihr Ehrenwort entlassen worden, und das Volk, ihre Vassalen, mußte für das Lösegeld seiner Herren und Unterdrücker sorgen. So verübte denn die Jacquerie(1358) ihre Greuel und wurde mit ebenso schrecklichen Greueln unterdrückt und ausgerottet, obgleich sich die Bürger-
In der Schlacht bei Azincourt(1415) wurde wiederum die Blüte des französischen Adels durch das gemeine Volk, durch die englischen und wallisischen Bogenschützen vernichtet, weil die hoffärtigen Ritter die Waffenverbrüderung mit den Bürgern für eine Schande hie ihnen denn zu ihrem Schaden durch das gemeine Volk bewiesen werden, daß der Au nicht mehr durch blofie ritterliche Tollköpfigkeit zu entscheiden sei.
lten, und so mufte isgang der Schlachten
¹) Das erste Tempelhaus war 1136 in den Pyrenäen durch den G
rafen Roger III. von Foix gestiftet worden(Bartsch, Wolfram v. Eschenbach, S. XXV.). 3 8
2)„bombarde, che saettavano pallottole di ferro con fuoco per impaurire, e disertare i cavalli de Franceschi.⸗« (Villani XII, c. 65).
²)»tant vivement que ce sembloit neige.«(Froissart I, ch. 130). „»che parea in aria una nuvola.«(Villani XII, c. 66).


