Aufsatz 
Einfluß des französischen Rittertums und des Amadis von Gallien auf die deutsche Kultur
Entstehung
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Ferner die Benennungen von Stoffen und Kleidungsstücken, z. B. baldekin, Gewebe von Seide und Gold, altfrz. baldaquin, Thronhimmel, von Baldak, Bagdad blialt, bliat, seidener Goldstoff; dagegen altfrz. bliaut, ein Kleidungsstück, z. B. bliaut de soie bônit, Mütze, provenzal. boneta, frz. bonnet, zuerst ein Tuch, woraus Hüte gemacht wurden,»un chappelet de bonnet« ciclat, ciclaton, altfrz. siglaton, unten rund zugeschnittenes Kleidungsstück; mittelhochd. ziklat, ein seidener Goldstoff pfellel, althochd. phellol, fellol, feiner Baumwollen- oder Seidenstoff, zugleich Gewand aus solchem, altfrz. pali, paile, Oberkleid, Teppich, vom mittellat. palliolum, lat. pallium ribbalin, Bundschuh, vom frz. ruban ¹) scharlachen, ein feiner, rot, braun oder blau gefärbter Wollenstoff aus dem Morgenland, altfr⸗. escarlat, mittellat. scarlatum, aus dem persischen sakirat schapöl, tschapöl, Kranz, Kopfschmuck, Hut, von capa, cape, chape, wie schaperun, Kapuze, kurzer Mantel, von chaperon suckenie, suggenie, Unterkleid, vom frz. souquenille(soucanie, souquenie), mittellat. succania, soscania surkôt, Oberkleid, vom frz. surcot, surcote, provenz. cota, Rock, mittellat. cotta, cottus zindal, Art Taffent, altfrz. cendal etc.

Desgleichen Namen von Weinen, Speisen und Gefäßen, z. B. agraz, sauere Obstbrühe, provenzal.

agras, mittellat. agresta barél, parél, Pokal, Becher, Fäßchen, frz. baril, mittellat. barile, barillus blamensier, blamenschier, blamensér, weißes Gericht, Milchgericht, vom frz. blanc-manger condiment, Würze, vom frz. condiment lat. condimentum guttrél, gläsernes Trinkgefäß, altfrz. goutterel, goutteron, mittellat. guttarium, gutturnium hippocras, hypocras, Aufguß von Zimmet, süfzen Mandeln, ein wenig Moschus und Ambra in mit Zucker versüßtem Wein, von vinum hippocraticum, Wein des Hippokrates klaret, vom altfrz. clairet, claré, Aufguß von aromatischen Pflanzen in mit Honig und Zucker versüßtem

Wein, mittellat. vinum claratum, claretum moôraz, Maulbeerwein, altfrz. mores, mittellat. moratum piment, stark gewürzter Wein, altfrz. piment, vom lat. pigmentum, pimentum sinopel, Rotwein, vom frz. sinople teller, vom altfrz. tailloir viole, Plschchen, frz. fiole, provenz. fiola, lat. phiala, etc.

Gottfried von Straßburg gibt uns Zusammenstellungen französischer Benennungen der verschie- denen Liedergattungen. Von Tristan sagt er:

»ouch sang er wol ze prise schanzune und spæhe wise, refloit ²2) und stampenie« ³).

Isolde ist ebenso musikalisch: »si videlt ir stampenie, leiche und vremdiu nötelin, diu niemer vremder kunden sin, in Franzoiser wise von Sanze und San Dynise.. la duze Isôt la bele si sang ir pasturele, ir rotruwange) und ir rundate), schanzune, refloit unt folate«).

Man könnte ein reichhaltiges Lexikon von in das Mittelhochdeutsche eingedrungenen Fremd- wörtern anlegen. Daß Gottfried von Straßburg das Französische für die vorzugsweise höfische und feine Umgangssprache hält, darüber läßt er uns keinen Augenblick im Zweifel, denn nur zu gern bringt er einen französischen Gruß oder sonst eine französische Redensart als Zierat in seiner schon»wohlgeblümeten und wohlgeperlten« Dichtung an, z. B.»a, de vus sal la bele, merzi, dit la puzele, beâs Tristan, curtois Tristant, tun cors, ta vie a ds comant! de us sal, beâs amis! benie si sainte companie! allez

¹) nach Bartsch vom altfrz. revelin.

²) Lied mit Kehrreim.

³) Vielleicht von stampare(tellurem pulsare) herzuleiten, Tanzlied, Lied mit Begleitung, ital. stampita = canzone accompagnata da suono.

¹) Lied zur Rotte(einem harfenartigen Instrument), altfrz. rotruenge.

*) rondeau.

) folata hat nichts mit fol, thöricht, gemein, wie Kurtz meint, sondern kommt von folare, fouler, her; es ist eine Tanzweise mit durch Aufstampfen markiertem Takt.