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gegen Ende des Jahres 1193 aus seiner harten Gefangenschaft in der Burg Trifels bei Annweiler in der Rheinpfalz bittere Vorwürfe an seine Vasallen in Frankreich in der folgendermaßeem anfangenden Chanson:
»Ja nus hons pris ne dira sa raison
Adroitement, se dolentement non;
Mais, por confort, puet il faire chanson.
Moult ai d'amis, mais povre sont li don.
Honte en auront, se por ma reançon Sui ces deus yvers pris«.
Unter den Trouvères durch seine lebendigen, geistreichen Verse sich auszeichnend, pflanzte der
Graf Quesnes de Béthune(gest. 1224) zuerst die Kreuzfahne auf den Wällen Konstantinopels auf. TPhibaut IV., Graf von Champagne und König von Navarra(1201— 1253), obgleich ein weichlicher, empfindsamer Nachahmer der Troubadours, dessen Lyrik sich in folgenden Reimen im kleinen zu- sammenfaßt:
»Les douces doulors
Et les mots plaisants
Qui viennent d'amors
Sont dols et cuisants«—
erhebt doch noch den kräftigen Aufruf zum Kreuzzug: „»Signor, saciez, ki or ne s'en ira En cele terre, u Diex fu mors et vis, Dt ki la crois d'outre mer ne prendra, A paines mais ira en paradis: Ki a en soi pitie et ramembrance Au haut seignor, doit querre sa venjance, Et delivrer sa terre et son pais,« etc.
Eine nicht unbedeutende Zahl von Minnesüngern aus dem Ritterstand machte ebenfalls einen Kreuzzug mit, wie dies durch ihre Werke selbst bezeugt wird, so Friedrich von Hausen(gefallen 1190 am Montag nach Himmelfahrt in dem Treffen bei Philomelium), Hartmann von Aue(1197) ¹), Reinmar der Alte, Walter von der Vogelweide(1228) ²), Albrecht von Johannsdorf(1217 oder 1228), Nithart von Reuenthal(1221), Graf Otto von Botenlauben(1217)), der Tanhäuser(1228), der Epiker Wirnt,
von Gravenberg(1228) u. a. Zeigt sich selbst in den lateinischen Liedern des Archipoeta, eines Geistlichen namens Walter,
welcher im Gefolge Reginalds von Dassel, Erzbischofs von Köln, sich gelegentlich an dem Hofe Kaisers
¹)»Dem kriuze zimt wol reiner muot unt kiusche site, sO mac man sælde und allez guot erwerben dà mite,« etc.
²)»Allererst lebe ich mir werde, sit min sündic ouge siht Daz here lant und ouch die erde, der man vil der éren giht. Mirst geschehen, des ich ie bat, ich bin komen an die stat, dà Got mennischlichen trat.« ³) Ware Cristes lôn niht alsô süeze, so enlieze ich niht der lieben vrouwen min, Die ich in minem herzen dicke grüeze: si mac vil wol min himelriche sin. Swà diu guote wone alumbe den Rin, herre Got, sô tuo mir helfe schin, daz ich mir und ir erwerbe noch die hulde din.«


