Aufsatz 
Franciscus Modius, Rechtsgelehrter, Philologe und Dichter, der Konrektor Sigmund Feyerabends. Eine kulturgeschichtliche Studie
Entstehung
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Freundschaft des Giovanni Scora, des Francesco Boninsegni und des blinden Dichters Camillo Falconetti erwarb. Aber seiner Sehnsucht, Rom zu sehen, konnte er nicht länger widerstehen; er eilte nach der Hauptstadt der Welt und verkehrte mit den damals dort weilenden Gelehrten Lorenzo Gambara aus Brescia, Antonio Mureto und besonders mit Fulvio Ursino.

Nachdem sich Posthius zwei Jahre lang in Italien aufgehalten hatte, bestieg er ein nach Frankreich segelndes Schiff, wäre aber beinahe in die Hände türkischer Seeräuber gefallen, wenn es nicht den Seeleuten gelungen wäre, mit günstigem Wind den Piraten in der Dunkel- heit zu entrinnen, so dalſs das Schiff glücklich in den Hafen von Marseille einlaufen konnte. Von Marseille begab er sich nach Montpellier, paris und endlich nach Valence, wo er den 23. Januar 1567 als Doctor der Medizin promovierte. Hierauf lieſs er sich als praktischer Arzt in Antwerpen nieder und übte von dieser verkehrreichen Stadt aus anderthalb Jahre lang die Heilkunst in den Feldlagern sowohl der Spanier als auch der Niederlander. In Antwerpen wurde er mis den deutschen Kaufleuten bekannt, welche in der berühmten Handelsstadt zu- sammenströmten, und diese verbreiteten bald den Ruf seiner Geschicklichkeit als Arzt, und das ihm so vielfach gespendete Lob gelangte auch zu den Ohren seines Gönners Erasmus Neustetter. Auf dessen Empfehlung wurde Posthius 1568 als Leibarzt des Bischofs Friedrich von Wirsberg (gest. 1573) nach Würzburg berufen..

Im Jahre 1569 verheiratete sich Posthius mit der Tochter eines angesehenen Bürgers zu Würzburg, Rosine Bräsamer, geboren den 7. Juli 1549, deren körperliche und geistige Vorzüge er in seinen lateinischen Gedichten besingt. Aus dieser Ehe entsprofs ein einziger Sohn, Erasmus, geb. den 3. August 1582; eine Tochter Maria starb schon im zartesten Alter.

Siebenzehn Jahre lang war Posthius bischöflicher Leibarzt zu Würzburg; 1585 folgte er offenbar, weil er zur protestantischen Lehre hinneigte, einem Rufe nach Heidelberg, wo er in gleicher Stellung in den Dienst des kurpfälzischen Administrators Johann Kasimir und nach dessen Tode 1592 in den des Kurfürsten Friedrich IV. von der Pfalz eintrat.

Posthius starb am 24. Juni 1597 zu Mosbach, wohin er als Leibarzt mit dem Hofe des Kurfürsten gegangen war, weil in Heidelberg die Pest wütete. Er wurde am 26. Juni auf dem Peterskirchhofe zu Heidelberg begraben.

Die erste, dem Erasmus Neustetter zugeeignete Ausgabe seiner lateinischen Gedichte erschien 1580 zu Würzburg in 12⁰ seine dem Neffen des Erasmus, Johann Christoph Neustetter, gewidmeten Parerga poetica veröffentlichte er 1594; letztere wurden wieder abgedruckt bei Burmann II., 59. Man hat ferner von ihm aufser einigen medizinischen Abhandlungen: Joan. Posthii von Germersheim newe Gesäng auff die Sontags Euangelia componirt. Amberg 1597. 24.(Cless 2, 74. Die SOntags Evangelia gesangsweise, Componirt von Johann Posthio Ger- mershemio M. D... Amberg 1608. 16.(321 S. u. Reg.; die Widmung an seinen Sohn Erasmus Posth ist aus Heydelberg vom 13. Juli 1596). Hamanus Tragoedia Auſser Dem Buch Hester, Von Herrn Thoma Naogeorgo latinisch erstlich beschriben, vnd hernachmals Churfürstlicher genaden zu gefallen, von neuwem verteutscht, von Joanne Mercurio Moefhemio, vnd M. Joanne Posthio Germerszhemio. 99 Bl. 4.(Heidelb. Hs. 387). S. Goedekes Grundrisz I, S. 169 u. 297.