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Akademie und legte eine ganz vorzügliche, an seltenen Handschriften und Drucken reiche Bibliothek an ¹).
Nach dem Tode des Bischofs Friedrich von Wirsberg(er starb am Abend des 11. Novem- bers 1573) hegte Erasmus Neustetter die berechtigte Erwartung, dessen Nachfolger als Bischof von Würzburg und Herzog von Franken zu werden, allein er verschmähte es, durch heimliche oder öffentliche Bemühungen eine Würde zu erlangen, welche ihm um seiner hohen Tugenden und Verdienste und seines lauteren, ehrwürdigen Charakters willen hätte zufallen müssen, wenn ihn nicht ein schlauer und ehrgeiziger Mitbewerber verdrangt hätte ²). Durch die Wahl des viel jüngeren Mitbewerbers tief gekränkt, verbrachte Neustetter sein Leben mit Ausnahme der Reisen, welche er öfters unternahm, in seinem geliebten Komburg. Aber auch die hundert- jährige Reichsunmittelbarkeit dieses Ritterstiftes wulste Bischof Julius endlich, nachdem der Procefs dreifsig Jahre lang geschwebt hatte, durch seine rührigen Advocaten bei dem Reichs- kammergericht kraft endgültiger Entscheidung vom Jahre 1587 zu Falle und das Ritterstift Komburg unter seine Botmäalsigkeit zu bringen).
¹)„Neustetters Bibliothek blieb im Wesentlichen bis nach der Säcularisation(1803) in Komburg beisammen, „wo einer der Chorvicare stets Bibliothekar war. Ein groſser Teil dieser kostbaren Bibliothek, zu der Neustetter „um eine groſse Summe jene des berühmten Baiern Oswald Eck gekauft hatte, und namentlich viele dieser Eck'- „schen Bibliotheksbücher wurden im Jahre 1811 zu Würzburg öffentlich versteigert. Der Titel des Katalogs, vom „Professor Köl angefertigt, lautet:„Bibliotheca varia continens seculi typographici monumenta „prima, eaque non pauca, atque multos libros antiquos rarissimos ac varios recentiores, qui ex publicae auctionis „lege divendentur Wirceburgi die 4. Februarii MDCCCXI. Wirceburgi 1810.“— Unter anderen wurde No. 312 „Biblia polyglotta Complutensia“ um 601 fl. versteigert. Man vergleiche übrigens über diese Bibliothek, deren „Überreste sich in Stuttgart befinden:„F. D. Gräter über die Merkwürdigkeiten der Komburger Bibliothek, 5 „Programme, Hall, 1805— 7, 4⁰, so wie Gräter„Odina“ S. 244, aus der sich ergibt, dafs unter Ecks Büchern sich „die unverstümmelte Handschrift von Aventins Baierischen Annalen befand.— Übereinstimmend „hiermit ist die Beschreibung, die Modius von dieser Bibliothek in der VII. Elegie(Poemata pag. 26 u. f.) gibt, „mit den Worten beginnend:
„Magnorum regum, quorum aut par forte potestas Cum magnis Romae regibus ante fuit, Exemplo statuis, congestis undique libris, Bibliothecam almae velle dicare Deae,“ etc. (Dr. A. Ruland, Franciscus Modius, etc., Serapeum 1853 Nr. 6.)
Leider steht dieser Act der leichtfertigen Verschleuderung von kostbaren Büchern und Kunstgegenständen nicht vereinzelt da; wieviel Schätze dieser Art sind nicht in Folge der Säcularisation von Kirchengütern und der Einverleibung uralter Reichsstüdte in neugeschaffene Königreiche durch den Reichsfriedensdeputationsschlufs von 1803 und die Rheinbundesacte vom 1. August 1806 verloren gegangen!
²) Merkwürdig ist, was Pater Ignatius Gropp zum Lobe des Bischofs Julius von der Wahl erzählt:„Als da- maln ist er, Julius, in der Kirchen und Cantzley bei den Räthen sehr fleifsig gewesen. Nach Bischoffen Friderichen seeligen Tod hat er sich viel bemüht, damit bey vorstehender Wahl nichts unziemliches oder unordentliches für- lieffe, sich auch zu dem Actum der Praesentation oder Installirung eines Erwehlten, welches Munus einem Dom- Dechant sonderlich gebühret, gantz eigentlich gefast gemacht. Und siehe die Wahl trifft ihne, und andere müssen es gegen seiner Persohn verrichten, die auf ein solches gar nicht, und etwa mehr auf das Haupt-Werck selbst gedacht.“(Wirtzburgische Chronick deren letzteren Zeit I, 313.)
³)„XXX. Wie der Stifft Comberg der Reichs-Contribution halb Bischoff Julio zuerkannt.“
:„Comberg bey Schwäbischen Hall, etwa der Grafen zu Rottenburg, von denen es vor vielen Jahren zu einem Benedictiner-Closter gestifftet, folgends bey Leben Bischoffen Lorentzen von Bibra(richtiger zur Zeit Ru- dolfs von Scherenberg im Jahr 1489) in einen Weltlichen Chor-Herrn-Stifft verwendet, ist lange Zeit für ein


