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Beide waren Katholiken, und die katholische Kirche unterscheidet bestimmt zwischen Glauben und Wissen ¹).
Franz Modius war ein Mann von feinster gesellschaftlicher Bildung, der sich in den vor- nehmsten Kreisen zu bewegen verstand. Auch das Verzeichnis seiner Bibliothek(im Enchiridion) beweist, dafs er nicht blofs für wissenschaftliche Werke Interesse hegte, sondern sich auch mit der belletristischen Litteratur Italiens und Frankreichs beschäftigte. Sie war 133 gebundene Bücher stark, allerdings meist gelehrten sogar medizinischen Inhalts, der Mehrzahl nach jedoch Ausgaben römischer, auch einiger griechischer Klassiker, wohl auch Gedichte von Neulateinern, wie die seines Freundes Posthius und seine eigenen, aber auch Kirchenväter und neuere historische Werke. Von italienischen Büchern besals er u. a. folgende, bei deren Titeln ich die Orthographie des Enchiridions beibehalte: Discorsi de Machiavello. Li Asolani de Bembo et L'Arcadia de Sanazario. 8. Palmerino et il Peregrino. Il Petrarca. 24. Le Decameron de Boccaccio Italice. 4. et Gallice. 16. Verschiedener Komödien. L'Amorosa Fiammetta de Boccaccio, etc. Unter den französischen sind bemerkenswert: Les Mondes etc. 8. Histoire de Poloigne. Histoire de Castriot. 4. Armonie françoise fol. Les Abusez Comédie. 16. Les Oeuvres de Marot. 16. Histoire Palladienne. 8. La Civile Conversation. Rabelais. Les Matinees de Cholieres, ete— Die nicht gebundenen Bücher umfassen 188 Nummern; darunter befinden sich Crudelitatis Calvinisticae exempla. Sixti V. Fulmen in Navarreum. Verschiedene italienische Komödien. Guicciardini historia Italice. 4. Orlando Furioso cum Imaginibus Italice. 4. Orlando Furioso cum Imag. Gallice 8. Orlando Inamorato. Gallice cum imaginibus. 8. Petrarcha cum comment. 16. u. s. w. Unter den gebundenen Büchern befindet sich das einzige deutsche Werk der ganzen Sammlung, näm- lich das von ihm im 2. Band der Pandectae Triumphales lateinisch umgearbeitete Turnierbuch. Was das Verzeichnis seiner Handschriften betrifft, so muſs ich der Kürze wegen auf die Auszüge aus dem Enchiridion verweisen, welche Ruland im Serapeum gibt.
Modius war ein groſser Bewunderer des Pierre Ronsard, des Urhebers des pseudoantiken Geschmackes in der französischen Poesie. Im Enchiridion befinden sich Auszüge aus der Bio- graphie des französischen Dichters von Claude Binet(Paris 1586), teils französisch, teils lateinisch abgefafst. Modius spricht seine Verehrung für Ronsard in folgendem Epigramm aus:
Als ich die Muse um Verse, des Ronsard würdig, gebeten, Zupfte sie leis mich am Ohr, mahnte mich: Lege nur hin
Griffel und Tafel, die Lieder des Vindociniers ²) sind nur Ronsards würdig allein, andre erreichen ihn nicht.
Für die bildenden Künste hatte Modius keinen Sinn; in dem poetischen Lob seiner Vater- stadt Brügge, welche er mit Rom und Athen vergleicht, gedenkt er nicht einmal der berühmten
¹)—„Nicht vom Wissen um Gott, sondern vom Glauben an Gott wird ausgegangen und gesagt: „ich glaube an Gott“(Symb. Apost.), oder„ich glaube an Einen Gotte(Symb. Nic.-Constantinop.) Vergl. Lehrbuch der katholischen Dogmatik von Prof. Dr. F. X. Dieringer. 3. Aufl. Mainz 1853,§§ 2,89, 12, 127, etc.
²) Mit dem„Vindocinier“ ist Ronsard selbst gemeint, welcher den 11. September 1524 im Schlols la Poissonnière bei Vendôme(Vindocinum) geboren wurde.


