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Reisen tausend Gefahren aussetze und dem Hofe undankbarer Fürsten folge, wo er doch nur der Diener von Dienern sein müsse, während er doch als Privatmann wie ein kleiner König leben könne ¹).
Drei Jahre später suchte Modius selbst den Posthius in Heidelberg auf, wie das Datum eines Mahngedichtes beweist, welches er an den Sohn seines Freundes richtete, und das der letz- tere in seine Parerga aufnahm:„Carmen protrepticum ad maximae spei et optimae indolis puerum Erasmum Posthium, Haidelbergae Kal. Feb. 1591.“
Es wurde schon erwähnt, daſs Lipsius dem Professor Hubert Gifanius an der Universität in Ingolstadt, welche unter der Leitung und dem kräftigsten Einflufs der Jesuiten stand, sein Vorhaben mitgeteilt hatte, eine vorteilhafte Anstellung an einer deutschen Universität anzu- nehmen. Gifanius antwortete ihm am 31. Juli 1591, dafs er ihn nicht allein seinem, sondern auch dem Würzburger Fürsten empfohlen habe, welcher bereit sei, ihn sofort anzustellen. Der Ingolstadter Herr Professor fügt noch Folgendes hinzu:„Beinahe hàätte ich vergessen von Modius zu schreiben, welchen ich vor einigen Tagen dem Würzburger Bischof empfohlen habe. Es sind fast drei Monate, dals er von Augsburg, nachdem er seine beabsichtigte Reise nach Rom aufgegeben hatte, hierher(nach Ingolstadt) zu mir kam. Ich riet ihm, er möge, da er die Wanderkomödie unterlassen habe, nunmehr eine Komödie des festen Verbleibens an einem Orte aufführen, da es doch nicht der Würde eines so gelehrten Mannes gemäls sei, daſs derselbe sich seinen täglichen Unterhalt durch ein Gedicht zu verschaffen suche.“
Lipsius antwortete am 31. August 1591 höflich ausweichend in einem mit griechischen Wörtern und Sentenzen aufgeputzten Briefe, auf ein so unbestimmtes Anerbieten könne er sich nicht einlassen; während des Winters gedenke er in Lüttich seinen Studien in ruhiger Mulse zu leben. Der Groſsherzog von Toskana habe ihn gleichfalls und wiederholt mit hohem Gehalte nach Pisa berufen, aber er bleibe und werde nicht aufs Geratewol wieder über die Alpen gehen. Uber Modius habe er sich gewundert; möchte derselbe doch Rat von Gifanius oder ihm(Lipsius) annehmen oder vielmehr angenommen haben; es sei keine Schande für einen jüngeren Mann, die Meinung eines älteren anzuhören u. s. w. Zum Schluſs tràgt er noch einen Gruſs an Modius auf.
In den Jahren 1593 und 1594 muſs sich Modius in Douai aufgehalten haben. Der Pro- fessor der griechischen Sprache an der dortigen Universität und ehemalige Lehrer des Modius, Andreas Hojus, gedenkt seines Schülers in zwei Briefen an Lipsius; der eine, vom 14. October 1593 enthält nur eine kurze Erwähnung des Modius; aus dem andern vom 17. September 1594, sowie aus der Antwort des Lipsius, datiert Löwen den 16. October 1594, geht hervor, daſs zwischen Modius und Lipsius ein ernstes Zerwürfnis bestand. Lipsius zeigt sich verletzt von einem Erwiderungsschreiben des Modius ²) welches„der alten Liebenswürdigkeit wenig würdig erscheine,“ ohne dals der Grund des Zerwürfnisses klar wird. Aus den Zeilen des Hojus vom 17. September spricht jedoch unverkennbar ein gewisser Spott über die Anhänglichkeit des Modius an den Grafen Egmond, welcher, wie Gerhard Sandelin von Amsterdam aus an Lipsius
¹) Joannis Posthii Silvae(Delitiae Poetarum Germanorum Pars V, Pag. 296). ¹) Dieses findet sich in keiner der Briefsammlungen.


