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werke auszuarbeiten. Kellner gewährte ihm nicht allein Zutritt zu seiner reichhaltigen Biblio- thek, er schickte ihm sogar die gewünschten Bücher in seine Wohnung und zwar mit so uner- müdlichem Wohlwollen, dals er weder durch Geschäfte noch andere Ursachen sich davon abhalten lieſs.
Modius nennt Kellner den echten Nachfolger Fichards, nicht allein im Syndikat, sondern noch viel mehr in der edlen Gesinnung, Leutseligkeit und Gastfreiheit.
Seine innige Verehrung für Johann Fichard bezeigte Modius in folgendem Gedicht:
„In obitum Joannis Fichardi.“
Längst war über das Meer schon gedrungen die Kunde der Tugend, Welche dich schmückt, Fichard, ehrwürdiger Priester der Themis,
Und sie hatte das Herz mir erfüllt mit der innigen Sehnsucht,
Dir mich zu nah'n, zu verkehren mit dir, als, feindlich dem Wunsche, Dich fortsandte der Tod, der würdig du warst dich zu freuen Blühenden Alters, befreit von den trüben Geschicken der Menschen, Ins elysische Feld, hinab zu der Frommen Versammlung,
Dafs du, den Richtern vereint, dort Recht und Gesetze den Toten Wieder verkündigst. Darum entbiet' ich gebührenden Grufs dir, Welchen zu schauen ich brannte von Antlitz, bis mir der Tag naht, Der auch mich abruft von dem schwierigen Pfade des Lebens Und mich den Schatten gesellt; wer weils, wie bald es gescheh'n mag! Und so sei mir gegrülst, vielleicht in der kürzesten Frist schon
Werd' ich dich schau'n, Fichard, mein Wunsch ist's, Liebling der Gottheit!
Modius stand auch mit dem berühmten Gelehrten Friedrich Sylburg, welcher damals bei den Wechel Corrector war, in freundschaftlichem Verkehr. Sylburg schreibt an Lipsius nach Leyden:„Salutat te Modius noster: salutant Wechelii. Francofurti in Wecheliorum aedib. 13. Julii 1587.“(Petr. Burmannus, Sylloges Epistolarum Tomus primus, Pag. 345, Epistola CCCXXXVIII.). Ebenso im folgenden Brief:„Modius noster an aliquid abs te acceperit, nondum xe eo quaesivi. Francofurdi 25. Septembr. 1587“.— Unter den Wechel, welche grüſsen, können nur die Wechel'schen Erben, Johann Aubry und Claude de Marne verstanden werden, welche später mit ihrer Buchdruckerei nach Hanau übersiedelten, wohin ihnen auch Friedrich Sylburg folgte; dem armen Gelehrten folgte aber auch dorthin sein böses, keifendes Weib, das dem geduldigen Manne so sehr das Leben vergällte.
In der erwähnten Zuschrift(vom 1. September 1586) an den Dr. jur. Markus Schweickher teilt Modius seinem Freunde mit, dafs er keineswegs mehr lange in Frankfurt verbleiben werde,
von Hanau dediciert.—(Dies Buch wird von Nathan Chytraeus in der Vorrede zu dessen Deliciis variorum in Europa Itinerum 1606 besonders gerühmt].“
„Von ihm ist auch eine Beschreibung der hies. Geschlechter in Mpt vorhanden, die aber manche Unrichtig- keiten enthält.“— Fichards Genealogisches Verzeichniss der Frankfurter Geschlechter, Fascikel Kellner (Handschrift der Frankfurter Stadtbibliothek).


