Aufsatz 
Franciscus Modius, Rechtsgelehrter, Philologe und Dichter, der Konrektor Sigmund Feyerabends. Eine kulturgeschichtliche Studie
Entstehung
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welchem er auch eine Zeit lang gegen Bezahlung zu Tische ging; später aber verköstigte er sich selbst.

Die Verköstigung bei Sigmund Feyerabend ward ihm ziemlich hoch angerechnet, wie aus folgender Notiz des Tagebuchs hervorgeht:A Septembri 85 bis Septemb. 86 de cost syn 100 und acht richs Daelers un alle Woche een Gulden syn 52 fl. und te Saemen(zusammen) fl. de Brabant 334. Aufserdem erhielt Modius an Honorar für seine von ihm selbst verfaſsten Werke und an ihm zum Verkauf als Honorar gegebenen Freiexemplaren 1690 fl., in welcher Summe aber der Wert der ihm von Feyerabend gemachten Geschenke mit inbegriffen ist; er erhielt nämlich noch von diesem eine vergoldete Uhr ¹), einen goldenen, mit Edelsteinen besetzten Zahnstocher und die Porträtmedaille Sigmund Feyerabends, verfertigt von Valentin Maler, Stempelschneider und Goldschmied zu Nürnberg(1569 1603) 2).

Aus den Notizen des Modius in seinem Enchiridion geht hervor, daſs auch noch zu Ende des 16. Jahrhunderts wie früher zu Huttens Zeit die Schriftsteller, um nur einigermalsen eine Vergütung für aufgewandte Zeit und Mühe zu finden, viel weniger auf ein anständiges Honorar von Seiten ihrer Verleger, als auf mehr oder minder reichliche Geldgeschenke von der freigebig spendenden Hand der hohen Herren angewiesen waren, denen sie ihre Werke mit schmeichel- haften Dedicationen und Zuschriften widmeten oder wenigstens ein Exemplar überreichten).

Daſs Sigmund Feyerabend aus edlen Beweggründen den Modius als Corrector seiner Officin besser bezahlt habe, als er dies einem weniger berühmten Gelehrten, welcher sich mit der- gleichen Arbeiten abgab, gethan haben würde, ist in Anbetracht seines unlautern und habgierigen Verhaltens gegen verschiedene seiner Geschäftsfreunde nicht zu erwarten; Gutherzigkeit und Grofsmut waren keine Eigenschaften seines Charakters, und so hat er sich denn gewiſs nur freigebiger gegen Modius gezeigt, weil ihm Vorteil dabei erwachsen konnte*).

Die erste Arbeit, welche Modius neben seiner Beschäftigung als Corrector auf Bestellung Feyerabends unternahm, war die poetische Erläuterung(octosticha) zu den einzelnen Holzschnitten nach Jost Amman im Trachtenbuch der katholischen Geistlichkeit(Clerus totius Romanae Eccle- siae etc. Francof. ad Moenum. Sumpt. Sig. Feyrabendii 1585. 4to). Joh. Ad. Lonicer besorgte die deutsche Ausgabe dieses Trachtenbuches5). Modius dedicierte seine lateinische Ausgabe seinem ehemaligen Schüler Johann Christoph Neustetter, dem Neffen seines Gönners, mit einer längeren Zuschrift, qatiert Francofurti ad Moenum: a. d. XIV. Kal. VIIbres calculo Gregoriano anni MDXXCV. Nach der Aufzeichnung im Enchiridion erhielt Modius für seine Arbeit 10 fl.

Buchdruckher. Ist frembdt zum Burger angenommen worden. Juravit Jovis 27. Januarij Ao. 81. Begraben 14. Juli 1593. Bbch VI., f. 310. Vergl. H. Pallmann, Sigmund Feyerabend, etc., S. 111, Anmerk. 116 und S. 181183.

¹) H. Pallmann vermutet, ein Nürnberger Ei.

²) Umschrift der Vorderseite: Sigismundus Feierabend Acta. 57. 1585. Vergl. die genaue Beschreibung und Abbildung der Medaille im Archiv f. Frankfurts Geschichte und Kunst, Heft 7. Frankf. 1855. A. von Rettberg, Nürnbergs Kunstleben S. 176.

³) Vergl. Serapeum 1853 No. 6, Enchiridion, Bl. 76. H. Pallmann, S. Feyerabend, S. 181 183, Beilage XVII J. D. Strauss, Ulrich von Hutten II., S. 295 u. 296. 3

) Vergl. H. Pallmann, Sigmund Feyerabend, S. 54 u. 55. ³) Vergl. C. Becker, Jobst Amman S. 128 f.