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Modius wandte seine Schritte nach Frankfurt, wo er bei Heinrich Dackh mit dem Bei- namen Jungblut(apud Henricum Thacq dictum Juncbloet) ¹) für 2 Thaler die Woche Wohnung und Kost bis Ostern 1585 hatte. Hierauf eilte er„mit Rudern und Segeln“, wie er sich aus- drückt, den Rhein hinab seinem Vaterlande zu, weil er dem zu jener Zeit verbreiteten Gerüchte traute, in Flandern sei der Friede verkündigt worden, was sich leider als falsch erwies.
In Köln hatte er bei dem Aussteigen aus dem Schiff das Unglück in den Rhein zu fallen, rettete sich aber an das Ufer und fuhr nun zu Wagen über Achen nach Lüttich, dann zu Schiff über die Maas nach Huy und von Huy eilte er nach Namur, von Namur zurück ins Hennegau und weiter über Tournai nach Courtrai. Hier war er gezwungen, obgleich diese Stadt nur eine Tagereise von Brügge entfernt ist, drei Wochen lang auf sicheres Geleit zu warten, da die Landstraſsen durch die Soldaten der belagernden Armee vor Sluis und Ostende unsicher gemacht wurden. Das Geleit, unter dessen Schutz er endlich glücklich nach Brügge gelangte, bestand aus etwa vierzig Lanzenreitern und drei hundert und etlichen Hakenschützen, aufser welchen noch eine bedeutende Menge von Kaufleuten, Krämern und anderen Reisenden gut be- waffnet war. Zu Ende Mais gelangte er nach Brügge, fand aber seine unglückliche Vaterstadt ganzlich erschöpft und ausgesogen, durch Hungersnot heruntergebracht und so sehr des Geldes entblöſst, daſs die Warenpreise wohl um 90 Procent gefallen waren.
Modius verwünschte seine so unzeitige Rückkehr; hatte er doch den grölsten Verlust und Schaden an Vermögen und Besitz erlitten. Teils waren seine Landgüter und Acker noch vom Meere überschwemmt, weil die Geuſsen die DHämme durchstochen hatten, teils konnten sie nicht verpachtet und angebaut werden, da der Feind in der Nachbarschaft lag oder die Meier- höfe besetzt hielt. So machte sich denn Modius anfangs Juli reisefertig und kehrte mit seinem Diener Peter auf demselben Wege nach Frankfurt zurück.
Die berühmte Handelsstadt am Main schien ihm wegen ihrer beiden Messen und anderer Annehmlichkeiten die bequemste und passendste, um sich hinsichtlich seiner Zukunft bedenken und, wenn auch für eine beschränkte Zeit, einen Entschlufs fassen zu können.
Modius wohnte wieder, wie zuvor, bei dem Säckler Heinrich Dackh, bis zur Herbstmesse; am 22. September 1585 zog er zu Sigmund Feyerabend, von welchem er als Corrector seiner Officin aufser freiem Tisch wöchentlich einen Gulden erhielt. Er blieb in Feyerabends Hause bis zum 26. September 1586. Von diesem Tage an war er, wie er selbst in seinem Enchiridion angibt, wiederum in dessen Hause und stand in demselben Verhältnis zu ihm bis Ostern 1587, jedoch erhielt er wöchentlich für sich zwei Thaler und für seinen Diener Thisius einen Gulden. Von Ostern 1587 bis zum 12. December desselben Jahres wohnte er bei Johann Wechel ²), bei
¹) Dieser Heinrich Dackh(Tackh) war ein reicher Säckler, von dem Johann Feyerabend am 2. Mai 1579 2500 fl. entlieh, welchem Sigmund Feyerabend sein Haus und seinen ganzen Buchhandel verpfändete und mit dem sich der letztere, sowie mit dem Apotheker Peter Fischer 1585 associerte. Vergl. Heinrich Pallmanns vortreffliche Monographie: Sigmund Feyerabend, sein Leben und seine geschäftlichen Verbindungen, u. s. w., nach archivalischen Quellen bearbeitet. Frankfurt a. M., K. Th. Völckers Verlag, 1881, S. 48 u. 54.
¹) Herr H. Pallmann teilte mir freundlichst die Ergebnisse seiner die Wechel betreffenden, im hiesigen Stadt-Archiv angestellten Nachforschungen mit.— Andreas Wechel,„Buchfürer von Pariss. Ist frembdt zum Burger angenommen worden. Juravit Dinstag den 23. Dec. Anno 72. Bbch VI., fol. 243 b.— Begraben 1. Nov. 1582“*.— Bei diesem kann demnach Modius sich nicht aufgehalten haben, sondern nur bei Johann Wechel„von Cöllen


