Volkslied ¹) auf den Tod des Bischofs hinzu, welches seiner Anzüglichkeit wegen nicht vollständig angeführt werden kann. Folgende Strophen mögen genügen, um zu beweisen, wie damals auch das Volk dachte:
Des ewgen Geitzes einig Kind
Jetzo man in der Gruben findt!
In unser armes Hab und Gut
Verkleidet sich das Echtrisch Blut!
Er ist ins Bischthum kommen arm, Darinnen ist er worden warm,
Er hat sein Freund gemachet reich, Dals sie sind worden Grafen gleich.
Dies alles hat er uns gethan,
Jetzt aber freut sich Jedermann Im Frankenlande weit und breit, Daſs Bischof Julius begraben leit.
Der Biograph und Lobredner des Bischofs Julius, Ignatius Gropp, erzählt von der Grün- dung des berühmten Juliusspitales Folgendes*):
„Gemeine Judenschafft im Lande hat den Platz, dahin das Julier-Spital erbauet worden, vor etwa vielen Jahren von Bischoffen Gottfrieden von Limpurg um drey hundert Gold-Gulden, und einen jährlichen Zinnſs, zu ihrer Begräbnus erkaufft, allda sie dann einen sonderen Altar aufgericht, wie auch etliche Wohn-Hauser erbauet, über das sie zuvor viele und unterschiedliche Hauser in der Stadt, auch ein sondere alte Synagog und Wasser-Tauch, wie sie es nennen, gehabt, daher derselbige Platz der Juden-Garten genennet worden. Nun ward unter einem und anderen Bischoff etwa merckliche Verfolgung gegen ihnen fürgenommen, da sie doch immer hafften blieben, und wieder aufkommen seyn. Endlich erlangt Bischoff Friderich von Kayser Ferdinando ein besonder Privilegium, dals er solte und mochte die Juden gar abschaffen; dessen nahme er sich zwar genugsam ernstlich an, aber es gieng ihrer Patronen halb, wie es kont. Und obwohl zuletzt alle ihr Wohnungen samt der alten Synagog in Aenderung gerathen, blieb ihnen doch der vermeldt erkaufft Juden-Gart von langen Jahren hero, wie auch solcher Zeit der Juden-Kirchhoff genannt.
Als nun Bischoff Julius den stattlichen Bau darauf fürnahme, und denselben schier hatte zu Ende gebracht, unterstunden sich die Juden ihres erkaufften Platzes halb bey dem Kayserl. Hof Einrede; und er Bischoff Julius darüber seinen nothwendigen Bericht thàäte, arbeiteten sie
¹) Joh. Werner Krauſs, Beiträge zu der Sachsen-Hildburghausischen Kirchen-, Schul-und Landes-Historie IV., 225 f.
¹) Wirtzburgische Chronick Deren letzteren Zeiten. Von P. Ignatio Gropp in dem Closter zu St. Stephan in Wirtzburg des H. Benedicti Orden p. t. Priore und Bibliothecario, etc. Erster Theil von dem Jahr 1500 bils 1642. Wirtzburg, Gedruckt bey Marco Antonio Engman, Hoff-Buchdruckern. 1748. S. 317.


