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von Mespelbronn hatte den milden älteren Erasmus Neustetter verdrängt¹), welcher nach dem Tode des Bischofs Friedrich von Wirsberg 1573 gerechte Hoffnung gehegt hatte, zum Bischof von Würzburg und Herzog von Franken gewählt zu werden. Modius spricht von vielfachen Gefahren und Nachstellungen, welchen Neustetter seines Edelmutes und seiner Wohlthaätigkeit ungeachtet von Seiten seiner„Feinde“ ausgesetzt war.
Julius hatte an der Vertreibung des Abtes von Fulda, Balthasar von Dernbach, genannt Gravel, thätigen Anteil genommen, weil dieser bemüht war, in seinem Stifte der evangelischen Religionsübung durch Berufung der Jesuiten ein Ende zu machen. Ja noch mehr, Julius stand mit Gebhard Truchseſs, welcher 1577 den erzbischöflichen Stuhl zu Köln bestiegen hatte, im Einvernehmen, als derselbe sich dem Protestantismus zuwandte und Agnes von Mansfeld heiratete. Anlein als sich Truchsefs nicht in Köln behaupten konnte, wandte ihm Julius den Rücken und schlug den entgegengesetzten Weg ein.
„Im Jahre 1584 nahm er eine Kirchenvisitation im katholischen Sinne vor, die ihres „Gleichen noch nicht gehabt hatte“, sagt Ranke.„Von einigen Jesuiten begleitet, durchzog „er sein Land. Er ging zuerst nach Gmünden: von da nach Arnstein, Werneck, Hassfurt: so „fort von Bezirk zu Bezirk. In jeder Stadt berief er Bürgermeister und Rath vor sich, und „eröffnete ihnen seinen Entschluſs, die protestantischen Irrthümer auszurotten. Die Prediger „wurden entfernt und mit den Zöglingen der Jesuiten ersetzt. Weigerte sich ein Beamter, den „katholischen Gottesdienst zu besuchen, so wurde er ohne Gnade entlassen: schon warteten „Andere, Katholischgesinnte, auf die erledigten Stellen. Aber auch jeder Privatmann ward zu „dem katholischen Gottesdienst angehalten: es blieb ihm nur die Wahl zwischen der Messe und „der Answanderung: wem die Religion des Fürsten ein Greuel sei, der solle auch an seinem „Lande keinen Theil haben“ ²).
Auch der bischöfliche Leibarzt Posthius, der Freund des Modius, wurde trotz seiner Geschicklichkeit entlassen, weil er zum protestantismus hinneigte; er ging 1585 nach Heidelberg als Leibarzt des kurpfäalzischen Administrators Johann Kasimir.
So verschlossen und vorsichtig Modius sein muſste, so hat er doch nicht unterlassen, wenn auch in Geheimschrift, zu welcher jedoch leicht der Schlüssel zu finden ist, seine Meinung auf der Vorderseite des Einbandes seines Tagebuchs aufzuzeichnen:
„Im Juliusspital arbeitet alles schlechte und niederträchtige Gesindel(die eigentlichen Ausdrücke lassen sich hier nicht wiedergeben) für die Brüder des Bischofs Echter, welche aus diesem Grunde leicht, wie sie es thun, prächtige Paläste bauen können“ ³).
Obgleich ein Bewunderer des Bischofs Julius, fügt Dr. Ruland doch als Commentar ein
²) Vergl. Anhang I., Leben des Erasmus Neustetter, genannt Stürmer.
²)„Lebensbeschreibung des Bischofs Julius in Gropps Chronik von Würzburg p. 335: Es ward ihnen ange- „sagt, sich von Aemtern und Befehlen zu drossen(trollen, traben, laufen, trotten) und ihr Hauswesen aufser dem „Stift zu suchen“.— L. v. Rankes Werke(1878), Bd. 38, S. 79 ff.
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