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vernehmlich, welche allerdings gewils viel von ihrer Eleganz verloren haben würden, wären sie in der ungelenken, ihm überdies nicht geläufigen deutschen Ausdrucksweise der damaligen Zeit geschrieben worden. Rührend ist die unbegrenzte Anhaänglichkeit und Verehrung, welche Modius für den charakterlosen Lipsius hegt, dessen Unzuverlässigkeit er später noch zu seinem Schaden kennen lernen sollte. Mit Recht nennt ihn Posthius den Ausposauner(buccinator) der Tugenden des Lipsius, dessen Namen er fortwährend im Munde führe.
Allem Anschein nach beugte den armen Modius während seines Aufenthaltes in Würzburg Eros, der Tyrann der Götter und Menschen, unter sein Joch; aber Anteros blieb fern.
Seine lateinischen Gedichte sind in der Mehrzahl Reflexionspoesien, deren Mangel an dichterischer Phantasie er durch rhetorische Wendungen und bis zur Dunkelheit gehende künstliche Constructionen zu ersetzen sucht, während die Verse seines Freundes Posthius sich durch gefälligen und eleganten Ausdruck empfehlen. Einige elegischen Gedichte des Modius zeichnen sich jedoch durch besonders wahre und warme Empfindung aus; auch sind sie nicht an fingierte Personen gerichtet mit allgemein poetischen, vielleicht gar den römischen Elegikern entliehenen Namen, wie Cynthia, Lesbia, Delia, ebenso glücklich entbehren sie des mythologischen Apparates, welcher sonst den Neulateinern ein unentbehrlicher Schmuck zu sein schien: es ist hierin weder von Amor noch von der schaumentstiegenen Göttin die Rede, wäh- rend andere erotische Gedichte die Physiognomie reflectierender Schulweisheit in allerlei Anti- thesen und sonstigem klassischen Aufputz zeigen. Die Überschriften der oben bezeichneten Gedichte geben einfach den Inhalt an. Mit dem innigen Gefühl hat sich der Eindruck eines landschaftlichen Bildes verschmolzen; die örtlichkeit, wo der Dichter sein Liebesleid mit sich herumtrug, hat sich demselben tief in die Seele eingeprägt.
Als Belege für das Gesagte mögen zwei dem Urtext treu nachgebildete Gedichte des Modius hier folgen.
Vergeblich flieht, wer sich flieht.
Wozu schau' ich die Hügel, mit Reben bepflanzt, und die Krauter, Oder des schimmernden Mains sanft sich ergiefsende Flut, Wozu Quellen und Wald und Gebirg und die lieblichen Auen? Ach! sie vermögen es nicht, mir zu verscheuchen die Qual. Weh'! was nützt es mir denn, dals ich fliehe die stolze Geliebte, Wenn auch hier mich verfolgt stets der Gedanke an sie? Leuchtet der Tag, so bedrängt mich der Schmerz; er umgaukelt mich Armen Nachts mit trügendem Bild, welches sich zaubrisch erneut. So von erquickendem Quell träumt jener, von köstlichem Nasse, Welchem die fiebrische Glut zehret am innersten Mark.
Gleichnis.
Ach, so oft ich die Gipfel, so nahe dem HimmeD!l, erblicke, Dort dies Frankengebirg, gleich den olympischen Höh'n,


