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zum genannten Datum über 484 deutsche Meilen zurückgelegt hatte; er fand aber auch, dals er bei völlig freier Verpflegung und Kleidung 142 flor. 8 erhalten hatte, eine für jene Zeit gewiſs nicht unbedeutende Summe, wozu noch„anderswoher“ 29 flor., wahrscheinlich Geschenke für seine Poemata oder sein Hodoeporicum, kamen,„zun Brabants etc., 300 flor.“ Hier wie in der Folge setzt sich Modius sein Geld in Brabanter Münze um.
Modius lernte während dieser Jahre manche, zum Teil hochgestellte Männer kennen, mit denen er in freundschaftliche Beziehungen trat, die aber durchaus nicht so innig gewesen zu sein scheinen, wie man aus den Briefen des Modius selbst schliefsen könnte, welche doch mehr oder weniger nur die conventionellen Höflichkeitsformeln der damaligen feineren Gesellschaft enthalten; wenigstens erwiesen sich ihm diese„Freunde“ in der Folge nicht hifreich und be- kümmerten sich nicht weiter um ihn. Unter solchen Bekannten, welche er so sehr schätzte, nennt er den Komburger Syndikus Franz Rasso, den Johann Arnold von Zetwitz, den Bruder des Fürstbischofs von Bamberg Ludwig von Eyb u. a.
Im Mai 1584 begaben sich Neustetter und Modius nach Schwalbach; ersterer machte die Reise in seinem Wagen, Modius dagegen fuhr am 6. Mai mit einem Schiff auf dem Main nach Lohr, und, nachdem er in diesem Städtchen übernachtet hatte, nach Wertheim, wo beide zu- sammentrafen und das Mittagsmahl hielten. Uber Dettingen, Frankfurt, Mainz und Wiesbaden gelangten sie endlich am 11. Mai nach Schwalbach.
Die berühmten Sauerbrunnen ¹) Schwalbachs zogen alljährlich eine vornehme Gesellschaft herbei. Diesmal kam August, Kurfürst von Sachsen ²) mit seinem Gefolge, und aufser diesen stellten sich noch geistliche Würdenträger und hochadlige Herrschaften ein.
Modius notiert am 11. Juni das ihm gemachte Geschenk eines goldnen, mit Perlen besetzten Ringes; ferner vertauschte er einen Kettenring(„annulum catenatum“) gegen einen goldnen Ring mit einem Türkis.
Die Sehnsucht nach dem Vaterlande scheint wieder stark in dem doch auch in den bisherigen angenehmen Verhältnissen als Fremdling sich Fühlenden erwacht zu sein, denn er ging öfters von Schwalbach nach dem eine halbe Meile entfernten Dorfe Kemel), um Briefe aus der Heimat in Empfang zu nehmen, denn dort übernachteten die aus Belgien kommenden Nürnberger Boten.
Am 19. Juni traten Neustetter und sein Gesellschafter wieder die Heimreise über Wies- baden, Höchst, Frankfurt, Seligenstadt, Aschaffenburg und Remlingen nach Würzburg an, wo sie
am 22. Juni ankamen. Am 5. August erhielt Modius auf Kosten Neustetters einen neuen Hut, ein Paar Bein-
¹) Paul Melissus besang sie 1591; Daniel Kaspar von Lohenstein läfst in seinem Roman:„Grofsmüthiger Feldherr Arminius Herrmann, Als ein tapfferer Beschirmer der deutschen Freyheit Nebst seiner Durchlauchtigen Thufsnelda, Leipzig 1689, 4 II., Buch 5, S. 734„Agrippina, Thufsnelda, Erdmuth und andere Frauenzimmer(der Römer und Deutschen) beim Schwalbacher Brunnen“ zusammenkommen.
¹) Der Kurfürst selbst hielt sich gewöhnlich in Eltville(Elfeld), nicht Ilfelden oder Ilfeld, wie Modius und nach ihm Ruland schreibt, auf.
³)„12. Junij fui in pago Kimmel, qui abest Zwalbachi semimiliari; ubique pernoctant ex Belgica Norim- bergam tabellarii.“


