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Vom 28. August bis Mitte Septembers befand sich Modius mit seinem Gönner auf der Reise und besuchte auch Frankfurt. Im September wieder in Würzburg angelangt, scheinen die beiden den Winter daselbst zugebracht zu haben.
Modius verzeichnet in seinem Tagebuche wieder die Kleidungsstücke, welche ihm sein besorgter Beschützer während des Wmters schenkte, und deren Aufzählung für die Costümkunde nicht unwichtig ist. Am 2. November liels ihm Neustetter ein Reisewams(veen motzu“, einen Mutzen ¹)) aus schwarzem Tuch mit zwölf silbernen Spangen machen, am 6. December ein Bruststück²) und lederne Schuhe,„belegt mit golden passement“; am 10. December kaufte er ihm einen schönen Hut mit goldner Schnur; im Januar 1583 lieſs er ihm wieder Schuhe, ein Bruststück aus„syde zindeldort“ und einen Mantel„von doppel syde Grogrein“ machen. Modius bemerkt in seinem Enchiridion, dals er die Aufzeichnung der übrigen in diesem Jahre von Neu- stetter erhaltenen Geschenke verloren habe.
Im Januar schickte ihm Posthius einen in Gold gefaſsten„pyrrhites“; ob darunter ein roter Stein und welcher Art, ob ein Carneol, Granat oder ein Rubin zu verstehen sei, lälfst sich nicht entscheiden.
Am 2. Februar 1584 erhielt er von seinem Gönner ein„colobium bubalum mit golde passement“. Für diese Büffelschur dankte er Neustetter mit folgendem Epigramm, das ich in möglichst getreuer Übersetzung hier gebe:
An Erasmus Neustetter, genannt Stürmer.
Wie sich die Schlange verjüngt und pranget in besserem Kleide, Wenn alljährlich sie schlüpft aus der geborstenen Haut,
Also in deinem Geschenk, o Erasmus, dem neuen Gewande, Blüht mit erneueter Kraft wieder die Jugend mir auf,
Und es bewirkt dein Geschenk, dies Staunen erregende Untier, Dafs, wenn alles erfriert, ich mich des Lenzes erfreu'.
In demselben Monat bekam er wieder Schuhe, ein Bruststück„mit silver passement, silver cnoppen und silver bouclen“, einen Mantel von schwarzem Tuch und zwei Paar Hosen.
Wenn auch Modius der Reisen manchmal müde gewesen zu sein scheint, so mufste er doch seinen Patron nach Rotenburg an der Tauber begleiten, wo sie am 10. April 1584 ankamen. Wegen der durch den Religionswechsel und die Heirat des Erzbischofs Gebhard Truchseſs von Köln hervorgerufenen Unruhen hatte nämlich Kaiser Rudolf II. einen Convent nach Rotenburg ausgeschrieben, welchem Bischof Julius von Würzburg als kaiserlicher Commissarius beiwohnte.
Am 21. April 1584 stellte Modius eine Berechnung der Verwendung der Zeit auf, die er bei Neustetter zugebracht hatte und fand, daſs er vom Tage seiner Ankunft in Würzburg bis
¹) Der Mutze, Mutzen, mundartlich in Franken und Schwaben, der Motze in der Wetterau, Wams, kurzer Armelrock, Reitrock, sogar auch Frauenjacke.
²) Dr. A. Ruland lälst ihm sogar„einen Brustlatz aus Leder“ machen!


