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In einem Briefe an den Theologen Melchior Hittorp in Köln(Novant. Lect., Epist. CVI., ohne Datum, aber wahrscheinlich vom Jahre 1583) bittet Modius diesen Freund, ihm noch laànger die Becher aufzubewahren, welche er als Geschenk von Egmond erhalten habe. Der Wert der- selben sei ja leicht in eine Kette, Armspangen oder ein goldenes Medaillon(bulla) umzuwandeln, welche man leichter bei sich tragen könne, aber aus Verehrung für den Prinzen wolle er die Becher als Andenken an diesen behalten, und sein Freund möge sie aufbewahren, bis er sie durch Kaufleute, welche nächste Frankfurter Messe nach Köln reisen würden, abholen lasse. Modius befand sich damals bei seinem Gönner Erasmus Neustetter in Würzburg.
Im Frühjahr 1579 war ein Congreſs zur Schlichtung der niederländischen Wirren zu- sammengetreten. Bevollmächtigte Kaiser Rudolfs II. sollten dabei als Vermittler, gleichsam als Schiedsrichter, dienen ¹). Anfangs Mais war die glänzende Versammlung sämtlicher Abgeordneten in Köln vollzäÄhlig eingetroffen. Ein glänzendes Fest, ein üppiges Gastgelage folgte auf das andere, und vornehme Damen nahmen ebenso zahlreich wie die hohen Gesandten an den Banketten teil. Bei dieser Gelegenheit lernte Gebhard Truchseſs die Gräfin Agnes von Mansfeld, Tochter des Grafen Johann Georg, kennen, welche einen so verhängnisvollen Einfluſs auf die Zukunft des jungen Kurfürsten ausüben sollte. Bis zum Schlufs des Jahres dauerten die Verhand- lungen des Congresses, welcher auseinander ging, ohne irgend ein günstiges Ergebnis erreicht zu haben.
Als einer der Bevollmächtigten Kaiser Rudolfs war auch der Bischof von Würzburg Julius Echter von Mespelbronn ²) erschienen. Diesem widmete Modius seine kritische, mit Anmer- kungen versehene Ausgabe des Curtius Rufus, welche zu Köln unter folgendem Titel erschien: 0. Curtii Rufi historiarum Magni Alexandri libri octo, nove editi et recogniti a Francisco Modio Brugensi ad Reverendissimum et IIlustrissimum Principem Julium, Episcopum Herbipolensem, Franciae Orientalis Ducem&c. Coloniae apud Maternum Cholinum. M. D. LXXIX.
In seiner Zuschrift an Bischof Julius verbreitet sich Modius über den hohen Wert der klassischen Studien und schliefst mit einem Lob Frankens als der Gegend Deutschlands, wo vor allen andern echte Wissenschaft geschâtzt und gepflegt werde und preist den Bischof Julius als den erhabensten Beschützer der Gelehrten, als das glückverheiſsende Gestirn, das auf dem Congresse erschienen sei, um Belgien mit seinem Könige(Philipp II.) zu versöhnen und dem durch Unruhen und Gewaltthaten zerrütteten Lande den Frieden wieder zu schenken ³). Aber ungeachtet dieser ihm erteilten Lobsprüche that„der erhabene Beschützer der Wissenschaft“, welchem die traurigen Umstände des jungen Gelehrten wohl bekannt sein mulsten, nichts für den armen Modius, um ihn in eine gesicherte Lebensstellung zu versetzen; höchstens wird er ihm, wie es damals üblich war, ein Geldgeschenk für die Dedication haben auszahlen lassen.
²) Der Kampf um das Erzstift Köln zur Zeit der Kurfürsten Gebhard Truchsefs und Ernst von Baiern. Von Dr. J. H. Hennes, Köln 1878, S. 4 f.
²) Auch Mespelbrunn geschrieben.
¹) Dr. A. Ruland, welcher sich gelegentlich der Phrase bedient:„unser Julius, den wir heute vergöttern“ (Erasmus Neustetter, S. 53), findet diesen Schlufs„merkwürdig“ und scheint die darin enthaltenen Lobeserhebungen für bare Münze zu nehmen, statt darin nur die damals gebräuchlichen, ja landläufigen rhetorischen Wendungen einer an einen hohen Herrn gerichteten Widmung zu sehen. 2


