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Mit folgenden Worten der Vorrede zum Heldenbuche drückt Sigmund Feyerabend die ihn be⸗ ſchleichende Ahnung ſeines nahen Todes aus:„Auch wirt vermeldt, von ſchönen kurtzweiligen Hiſtorien, welche vnnöthig allhier zu erzehlen, dabey ſicht man deß Menſchen Leben, daß es ein kleine zeit währet, ſondern daſſelbige vergehet, wie die Blume auff dem Felde, die heut ſtehet vnd morgen vom Winde vmbgewehet wirt, alſo iſt es vmb deß Menſchen Leben geſchaffen, wann mir meynen am ſicherſten zu ſeyn, ſo müſſen wir dahin. Damit ſey die Gnade Gottes mit ons alle, Amen.“
Nachſtehende Widmung nennt Carl Sigmund und ſeinen Schwager als directe Erben und Nachfolger des Verblichenen:„Das Zwey vnd zwentzigſte Buch der Hiſtorien von Amadis auß Franckreich“ iſt zugeeignet„den ehrnveſten vornemmen h. Cuno Wiederhelt vnd h. Sigmund Carl Feyerabendt, weiland herrn Sigmund Feyerabendts geweßnen burgers vnd buchhendlers zu Franckfort am Mayn, ſeliger gedächtnuß hinterlaßnen erben, von Jacob Foillet, fürſtlichem würtembergiſchen buchdrucker zu Mümbelgart, 12. Dec. 1593.“
Theodor de Bry, welcher ſein Stamm⸗ und Wappenbüchlein dem Carl Sigmund widmete, be⸗ zeichnet dieſen deutlich als den Sohn Sigmunds:
„Præsens opusculum Emblematum, Carole Sigismunde mellitissime, quo minus alterius cuiusdam quàm tuo nomini inscriberem, haud leues causæ subsunt. Quam plurimis namque, si non omnibus, literatis cùm in nostra Germania, tm verò apud exteras nationes certo certius constat, parentem tuum Sigismundum, felicis recordationis, ab teneris vnguiculis ad extremum usque ad vitæ halitum, omnes ingenij& facultatum neruos ad hanc quasi Cyno- suram direxisse, vt artes graphicas, quas non modô cuiuis intelligenti iucundas, sed& vniuersis apprimè vtiles ac necessarias esse rectè indicabat, maximoperè promoueret, ornaret, nullisque parcens sumptibus, Juris publici faceret: Vnde Feierabeniorum familiæ immortale nomen peperit,& exemplar cui hæredes alijque insisterent, abundè reliquit.“
Theodor de Bry, welcher 1528 zu Lüttich geboren, als eifriger Proteſtant Calvin's Lehre in ſeiner Vaterſtadt einzuführen verſuchte, aber, deshalb 1570 von dort verbannt, nach Frankfurt zog, war einer der erſten, welche in Deutſchland den Kupferſtich zur Illuſtration der Bücher verwendeten und hierdurch allmählich den Holzſchnitt verdrängten. Zuerſt als Goldſchmied thätig, gründete er hier einen Buch- und Kunſthandel und verfertigte zahlreiche Kupferſtiche, namentlich zur Ausſtattung ſeines Verlags. Seine Söhne, von welchen der talentvollere Johann Theodor(Dirk oder Dietrich) war, zeichneten ſich ebenfalls als fleißige Kupferſtecher aus. Ihre Blätter werden mit Recht eine Nachblüte jener gediegener älteren Kunſtweiſe genannt, wie ſie die ſo ſehr geſchätzten„Kleinmeiſter“ ausübten. Bon einer Reiſe nach England brachte Theodor der Vater Zeichnungen nach der Natur, die verſchiedenen Bewohner Amerikas darſtellend, nach Deutſchland mit, welche er mit ſeinen Söhnen für ſein großes Reiſewerk ſtach. Er hatte auch in Oppenheim eine Buchhandlung gegründet, welcher Johann Theodor längere Zeit vorſtand. Letzterer war, wie es ſcheint, aus dem hieſigen Bürgerverbande geſchieden, wurde aber 1619 als Bürger in Frankfurt wieder aufgenommen.*) Theodor de Bry ſtarb 1598; ſein älterer Sohn Johann Theodor, geboren zu Lüttich 1561, lebte in Frankfurt bis zum Jahre 1623; der jüngere Johann Israel war ſeinem Bruder ſchon 1611 vorausgegangen. Die
*) Vergl. die Niederländiſchen und die Franzöſ. Gemeinde in Frankfurt am Main. Von Dr. jur. F. Scharff. Frankf. Archiv, neue Folge, 2. Bd., S. 294.


