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Hier haben wir die Beſtätigung, daß Carl Sigmund wirklich der Sohn des älteren Sigmund iſt,*) und wir erfahren, daß des letzteren Gattin Maria Magdalena, eine geborene Berghaimerin, war, nach welcher die älteſte der 1576 verſtorbenen Töchter getauft worden. Schließlich iſt hieraus zu entnehmen, daß die Zahl der Kinder Sigmund Feyerabend's ſchwer feſtzuſtellen iſt, da er noch eine Tochter gehabt haben muß, welche an Cuno Widerhold verheirathet war, deren Taufnamen wir jedoch nicht wiſſen. Irrthümlich gibt Lersner den 20. April als den Todestag Sigmunds in obiger Grabſchrift an; wahrſcheinlich iſt dies nur ein Schreib⸗ oder Druckfehler, denn das Oſterfeſt fiel 1590 auf den 19. April, folglich war der Mittwoch nach Oſtern der 22. April.
Nun iſt aber auffallend, daß Sigmund Feyerabend, der eifrige Proteſtant, welcher ſich mit dem ihm befreundeten Buchdrucker Georg Corvinus(Rabe) im Gefolge der beiden Bürgermeiſter Johann von Glauburg und Philipp Uffſteimer**) zur Abwehr in das Dominicanerkloſter begab, als der junge Mönch Johann Wolf wegen ſeines Briefwechſels mit Hartmann Beyer von dem Prior Johannes Koſſeler zur Rede geſtellt und bei ſeiner verſuchten Flucht von den übrigen Mönchen mis⸗ handelt worden war,***) mit ſeiner Frau in der Dominicanerkirche begraben wurde, während doch ſeine 1576 verſtorbenen †) vier Töchter ihre Ruheſtätte auf dem Peterskirchhofe fanden(S. Gwinner, Kunſt und Künſtler in Frankfurt, S. 56 u. 57, und Zuſätze, S. 18 u. 19). Hieronymus Feyerabend ließ dort ſeinen Schweſtern ein Denkmal ſetzen. Der Kirchhof am Predigerkloſter war in Abgang gekommen und am 1. Januar 1573 den Steinmetzen auf einige Jahre um einen jährlichen Zins von 4 fl. verliehen worden(Battonn, 2. Heft, S. 136). Daß noch 1590 zwei Proteſtanten in der Predigerkirche beigeſetzt wurden, muß als eine beſondere Ausnahme von der Regel gelten, welche Dr. Kriegk mit folgenden Worten aufſtellt: †r)....„Der Rath befahl 1519 den Todtengräbern, diesſeit des Mains nur auf dem Peters⸗Kirchhof Gräber zu machen, 1530 aber wiederholte er nicht nur dieſes Gebot, ſondern er unterſagte auch noch das Begraben in den Kirchen.
Dieſe Anordnung ward achtzehn Jahre lang durchgeführt. Nachher benutzte der katholiſche Theil der Einwohnerſchaft die Wendung der Dinge, welche der Schmalkaldiſche Krieg zu ſeinen Gunſten herbeigeführt hatte, um zum alten Herkommen zurückzukehren. Man ließ denſelben hierin gewähren, und die neuen Friedhöfe wurden fortan nur von den Proteſtanten benutzt, und zwar nicht bloß von den Lutheranern, ſondern auch von den Reformirten, welche letzteren in Frankfurt niemals einen beſonderen Friedhof gehabt haben.... diesſeits wurden von den Katholiken die Friedhöfe des Domes und des Karmeliter⸗Kloſters zu Friedhöfen benutzt.“
*) In welchem Verwandtſchaftsgrad Sigmund Feyerabend und Johann Feyerabend II. zu einander ſtanden, iſt aus dem Titel von Aventin's Chronik zu erſehen: Johannis Aventini des hochgelerten weitberümbten beyeriſchen Ge⸗ ſchichtsſchreibers Chronika. Anfänglich durch den Authorem in Latein verfertigt, nachmals aber den Teutſchen zu gutem, von ihm ſelber in gut gemein Hochdeutſch gebracht.— Franckfurt am Mayn durch Johann vnd Sigmund Feyerabendt Gevettern. 1580. Fol.
**) Dr. Kriegk, Deutſches Bürgerthum im Mittelalter, S. 491 ſchreibt dieſen Namen„Vfſtender,“ Dr. F. Scharff im Fr. Archiv, neue Folge, II., S. 258„Uffſteiner“, S. 284„Uffſtainer“(ſo Lersner I, 2, S. 31 u. ff.).
***) Der lutheriſche Prädicant Hartmann Beyer(2. Abtheil.). Von Dr. theol. Georg Eduard Steitz(Archiv für Frankfurts Geſchichte und Kunſt, 5. Heft, 1853, Seite 93).
†) Wahrſcheinlich an der Beulenpeſt.(Vergl. Geſchichte der Volkskrankheiten der Stadt Frankfurt. Von Dr. med. Wilh. Stricker. Archiv, 4. Heft, 1847.)
††) Deutſches Bürgerthum im Mittelalter.(Neue Folge 1871), S. 145 u. 146.


