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Maler im Bunde Matthäus Grünewald gegen Ende des 3. Jahrzehnts des 16. Jahrhunderts, die beiden Bildhauer Adam Krafft(welcher mehr der vorhergehenden Periode angehört) 1507 und Tilman Riemenſchneider 1531, der Erzgießer Peter Viſcher 1529, der Bildſchnitzer Veit Stoß 1542. Lucas Cranach der ältere lebte bis zum Jahr 1553. Aus Dürer's Schule ging eine Schar be⸗ deutender Künſtler hervor, welche beſonders auch auf dem Gebiete des Kupferſtichs und Holzſchnitts thätig waren, wie Hans Schäuffelin, Heinrich Aldegrever, Barthel und Hans Sebald Beham, Albrecht Altdorfer, Georg Pencz u. ſ. w, allein auch von ihnen lebten nur zwei noch einige Jahre über die Mitte ihres Jahrhunderts hinaus: Pencz † 1556, Aldegrever † 1562. Ebenſo gehören die großen Techniker des Holzſchnittes, die ſich nicht durch eigene Erfindung, ſondern nur durch ſorg⸗ fältige Ausführung der Entwürfe Anderer ausgezeichnet haben, wie Hans Lützelburger, der Form⸗ ſchneider der Holbein'ſchen Zeichnungen, Joſſe de Necker, welcher nach dem Hauptmeiſter der Augs⸗ burger Schule Hans Burgkmair(† 1559) arbeitete, und Hieronymus Reſch(† 1556), dem die beſten Holzſchnitte nach Dürer zugeſchrieben werden, ihrer Hauptthätigkeit nach der Zeit vor 1550 an.
Die hohe culturhiſtoriſche Bedeutung des Kupferſtichs und des Holzſchnitts im 15. und 16. Jahr⸗ hundert iſt ſchon mehrfach hervorgehoben worden, namentlich in dem vortrefflichen Aufſatz von Anton Springer in deſſen Bildern aus der neueren Kunſtgeſchichte, in Alfred Woltmann's Holbein und ſeine Zeit u. ſ. w. Beide, Kupferſtich ſowohl wie Holzſchnitt, boten damals nicht etwa Reproductionen ſchon vorhandener Kunſtwerke, ſondern nur zu dieſem Zwecke der Vervielfältigung geſchaffene Originalcompoſitionen. Erſt mit Beginn des 17. Jahrhunderts liefert die zu immer größerer Virtuoſität ausgebildete Technik des Kupferſtichs die Wiederholung eines ſchon ſelbſtändig bereits beſtehenden Vorbildes. Kupferſtiche und Holzſchnitte bildeten einen Handelsartikel, der vor⸗ züglich an Kirchenfeſten und Kirmeſſen großen Abſatz fand. Springer ſagt mit Recht:„In keinem Materiale kann der Künſtler die poetiſche Kraft, die Gabe des Erfindens, den Tiefſinn und den Ge⸗ dankenreichthum ſo vollkommen zur Geltung bringen, wie in dieſen beiden Kunſtzweigen, in keiner anderen Kunſtgattung iſt die Perſönlichkeit des Künſtlers ſo maßgebend und wird man ſo unwider⸗ ſtehlich zu ihrer Betrachtung getrieben, wie im Holzſchnitte und Kupferſtiche. Dieſer perſönliche Zug aber, welcher die Holzſchnitte und Kupferſtiche durchweht, was iſt er anders als die Offenbarung des Renaiſſancegeiſtes?“— Jeder, auch der ÄArmſte, konnte in ſolchen Blättern um weniges Geld echte Kunſtwerke zum ſtillen Genuſſe, zur frommen Erhebung nach Hauſe mitnehmen. Eine weitere Bedeutung gewann in dieſer Zeit der Holzſchnitt(neben ihm auch der Metalſſchnitt, jedoch in minderer Ausdehnung) dadurch, daß er ſchon frühe und während des ganzen 16. Jahrhunderts immer maſſen⸗ hafter zur Illuſtration der Bücher verwendet wurde. Auch Bücher wiſſenſchaftlichen Inhaltes jeder Art, theologiſche Streitſchriften, Flugblätter ꝛc. wurden damit verſehen, oder wenigſtens mit künſtleriſch ausgeführten Titelblättern, Randleiſten, Initialen, Finalſtöcken, Druckerzeichen u. ſ. w. geziert. Iſt ja doch die Holzſchneidekunſt die Mutter der Typographie; aus dem Holztafeldruck ging durch die Er⸗ findung Gutenberg's der Letterndruck hervor.
Der gothiſche Bauſtil reichte in Deutſchland noch weit in die erſte, hier und da ſogar bis in die zweite Hälfte des 16. Jahrhunderts hinein. Wenn er auch in dieſem Zeitraum theils in decora⸗ tive Überladung, theils in einförmige Nüchternheit ausartet, ſo hat er doch noch ſtattliche, kühne Bauten mit reicher Ornamentik aufzuweiſen. Es verſchmelzen ſich Motive der Renaiſſance mit der


