Aufsatz 
Beurteilung der Politik, welche die Athener während des thebanisch-spartanischen Krieges befolgt haben / von Arthur Seibt
Entstehung
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denn man konnte jetzt die Truppen von Creusis aus über den Meerbusen nach dem Peloponnes übersetzen und brauchte nicht mehr mit Zeit und Menschenverlust die Pässe des Isthmus zu erzwingen. Das corintbische Meer wurde nun von den Thebanern beherrscht, und aus diesen Massnahmen sieht man die erste Vorbereitung dazu, sich auch eine Seemacht zu schaffen, um Sparta und Athen in jeder Beziehung gewachsen zu sein. Ferner missglückte den Athenern das Unternehmen gegen die Argiver. Ebenso wenige Erfolge hatten sie im Norden; Iphicrates, welcher den zugestandenen Besitz früherer athenischer Kolonien und Kleruchien antreten wollte, erreichte nichts. Auch in Thessalien, welches ihnen von Jasons Zeiten her verbündet war, ging es den Athenern schief. Ehe sie Alexander von Pherae die nötige Hilfe angedeihen lassen konnten, hatte der thatkräftige Pelopidas die thessalischen Städte zu einem Defensivbündnis vereinigt und ausserdem den König von Macedonien, welcher sich schon als zukünftigen Herrn von Thessalien fühlte, zum Bündnis mit Theben gezwungen. Da sich nun die Athener zu schwach fühlten, den Thebanern in Thessalien allein entgegenzutreten, so drangen sie auf der Bundes- versammlung in Corinth, als eben Dionys von Syracus Hilfstruppen geschickt hatte, darauf, dass diese zu ihren in Thessalien beabsichtigten Unternehmungen verwendet werden sollten. Dem aber widersetzten sich die Spartaner mit allen Kräften; denn sie ersahen den jetzigen Zeitpunkt für ganz besonders günstig, im Peloponnes doch einige Erfolge zu erzielen, weil dort unter den Bündnern eine Spannung eingetreten war. Die Arcadier nämlich, stolz auf den Druck, welchen sie auf Sparta ausgeübt hatten, glaubten sich nun berechtigt, mit Theben die Oberherrschaft zu teilen. Sie führten also in Folge dessen den gelungenen Schlag gegen Chabrias aus; hierauf machten sie der spartanischen Herrschaft auf der südwestlichen Ecke des Peloponnes ein Ende. Dieses eigenmächtige Vorgehen erzeugte in Theben eine kühlere Stimmung, Gleichzeitig waren aber auch die Eleer den Arcadiern entfremdet, weil letztere die Städte Triphyliens in ihren Bund aufgenommen hatten, während die Eleer stark gehofft hatten, die Oberherrschaft über diese wiederzuerlangen. Die politische Konstellation konnte für Sparta nicht günstiger sein. Den übrigen peloponnesischen Bundesgenossen mochte eine solche Erweiterung der arcadischen Macht auch nicht gleichgiltig sein, und so wurde es in der That den Spartanern nicht schwer, es durchzusetzen, dass die Hilfstruppen des Dionys zur Bekämpfung der Arcadier mitwirken sollten. Der Ausgang der»thränenlosen Schlacht- beweist denn auch, wie berechtigt die Hoffnung der Spartaner gewesen war. Im Jahre 367 mussten die Athener einen neuen Verdruss erleben. Die Niederlage der Arcadier, welche den Thebanern und Eleern nicht unwillkommen war, weil sie die Arcadier fühlen liess, dass sie des thebanischen Einflusses nicht entraten konnten, hatte den Epaminondas bestimmt, sich mit der besondern Absicht, die achaeischen Städte in das Bündnis einzureihen, wieder im Peloponnes zu zeigen. Die Athener und Spartaner, welche immer noch zum Zwecke der Verschliessung des Isthmus in Corinth ihre Hauptstation hatten, waren nachlässig geworden; sie hatten Oneum ungenügend besetzt. So kam Epaminondas ohne Mühe hindurch, und die Achaeer, welche nicht daran denken konnten, einem so grossen Heere Widerstand zu leisten, baten um Aufnahme in den Bund. Epaminondas war klug genug, die oligarchischen Regierungen bestehen zu lassen; er wollte nicht den Fehler der Spartaner begehen, sondern den Bundesgenossen ein gewisses Mass von Freiheit lassen. Aber seine Mitbürger, von den Arcadiern und Demokraten aufgehetzt, missbilligten das Verfahren des Epaminondas und stürzten die oligarchischen Regierungen.

Diesen aber gelang es mit vereinter Kraft, sich wieder in den Besitz der Regierung zu 3