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durchforschte er, in diesen Studien wesentlich gefördert durch ausgezeichnete, bereits in Coblenz unter Anleitung seines Freundes Beyer erworbene paläographische Kenntnisse, die archivalischen Quellen und handschriftlichen Schätze seiner neuen Heimat, mit deren Geschichte er sich eine seltene Vertrautheit er- worben hatte, die um so rühmlichere Anerkennung verdient, je kürzer die Zeit war, welche ihm die Vor- sehung gestattet hatte, sich auf diesem ihm früher fremden Gebiete einheimisch zu machen. Was er für Fulda's Specialgeschichte geleistet, insbesondere durch kritische Berichtigung und Prüfung der betreffenden Quellenschriſten und Urkunden, kann hier natürlich nicht weiter ausgeführt werden; doch behält sich der Berichterstatter vor, sobald ihm seine Berufsgeschäfte die nöthige Musse gestatten werden, dem Andenken des Verstorbenen in einer Versammlung des oben erwähnten Vereins einen ausführlichen Vortrag zu widmen und insbesondere die Verdienste, welche er sich in der bezeichneten Richtung erworben, zu würdigen.
Nur in den ersten drei Jahren seiner hiesigen Wirksamkeit erfreute sich der Verewigte einer unge- störten Gesundheit. Schon im Winter 1844 entwickelte sich ein bedenkliches Brustleiden; wiederholte Blutsturzanfälle schwächten den siechen Körper noch mehr, in welchem weder die an Heilmitteln fast un- orschöpfliche ärztliche Kunst noch die unermüdliche, liebevolle Pflege der Seinigen die zerstörte Lebens- kraft wiederherzustellen vermochte, und schon ein Jahr vor seinem Tode konnten seine Freunde sich die traurige Gewissheit eines unvermeidlichen, herben Verlustes, der sie treffen sollte, nicht verhehlen, während der Kranke selbst fast bis zu seiner Auflösung— diesen lindernden Trost hat ja die Vorsehung fast allen Zehrenden verliehen— an der Hoffnung auf Wiedergenesung festhielt. Die Gewalt der Krankheit beugte weder seinen Muth, noch schwächte sie das Interesse an der Erfüllung seiner Berufspflichten und noch vierzehn Tage vor seinem Tode raffte er den letzten Rest seiner Kräfte zusammen, noch einmal den Lehrstuhl, dem er sich selbst bei den grössten Leiden nur mit Widerstreben entzogen haite, zu besteigen. Mit frommem, gottergebenem Sinne bereitete er sich auf die nahende Auflösung vor und entschlief, gestärkt durch die Heilsmittel der Kirche, nach kurzem Todeskampfe sanft in den Armen der Seinigen. Verleihe ihm der Vater der Liebe in einem besseren Leben reichen Lohn für sein mühevolles, unverdrossenes Wirken, reichen Ersatz für die vielen und langwierigen Leiden seines irdischen Daseins! Möge Er auch seinen Hinterbliebenen seinen himmlischen Trost bei so herbem Verluste nicht versagen!
Am 13. December wurde die sterbliche Hülle des Verewigten zur letzten Ruhestätte geleitet und bei dem feierlichen Leichenbegängnisse gab sich in rührender Weise die grosse Liebe und Verehrung kund, welche er sich durch die Biederkeit seines Charakters und durch seine wohlwollende, menschen- freundliche Gesinnung in allen Kreisen der hiesigen Einwohner erworben hatte. Der Gymnasiallehrer Hahn hielt die Leichenrede, in welcher er die Verdienste des Verstorbenen um Schule und Wissenschaft schilderte, und während der Sarg in die Gruft gesenkt wurde, sangen die Schüler ein von dem Gesang- lehrer Henkel componirtes Lied. Die feierlichen Exequien wurden am 13. 14. und 15. December in der Gymnasialkirche gehalten. Die Erinnerung an den theuren Hingeschiedenen wird mit diesen lelzten Hand- lungen der Liebe und Verehrung nicht dahinschwinden; sein Bild werden Alle, die ihm näher standen, vor allem die zahlreichen Schüler, welche er während einer dreissigjährigen Berufsthätigkeit zum Segen des Vaterlandes heranbildete, in treuem Herzen bewahren. Ehre seinem Andenken! Friede seiner Asche!
Durch Allerhöchstes Rescript vom 5. Januar wurde der Unterzeichnete zum Director und ersten Lehrer des hiesigen Gymnasiums, an welchem er über zwölf Jahre ein ordemlliches Lehramt bekleidet hatte, allergnädigst bestellt und am 22. Januar von dem Herrn Bezirksdirector Rang im Auftrage Kur-


